20. Juni 2018, 22:13 Uhr

Gegen das Insektensterben

20. Juni 2018, 22:13 Uhr
Ein Blühstreifen bei Langgöns-Dornholzhausen. Aus 1400 kg Saatgut entstehen im Kreis Gießen insgesamt 75 Blumenwiesen. (Foto: mja)

Der Rückgang der Insektenpopulation ist seit einigen Jahren alarmierend. Auch die Landwirte des Kreises blicken mit Sorge auf die Felder – ohne Bestäuber gibt es kein Gemüse oder Obst. Die Biene wurde zum Symbol für das massenhafte Insektensterben. Rund 80 Prozent der 2000 bis 3000 heimischen Nutz- und Wildpflanzen sind auf die Honig- und Wildbienen als Bestäuber angewiesen.

Dass man dem Sterben nicht unbeteiligt zuschauen möchte, sondern auch aktiv etwas für den Insektenschutz unternehmen will, zeigt ein Kooperationsprojekt zu Blühwiesen im Kreis Gießen. »Die Menschen können die Natur nicht regeln. Wir können aber mit ihr zusammenarbeiten«, sagt Manfred Paul, Vorsitzender des Kreis-Bauernverbandes.

Um dem Verlust von Biodiversität entgegenzuwirken, haben der Hessische Bauernverband zusammen mit dem Landesverband der Imker und dem entsprechenden Ministerium die Gemeinschaftsinitiative »Hessens Landwirtschaft blüht für Bienen« gestartet, die Teil der Kampagne »Bienenfreundliches Hessen« ist. Am gestrigen Mittwoch stellten die Verantwortlichen in Dornholzhausen ihre Aktionen, die sie für 2018 im Kreis Gießen geplant haben, vor.

75 Blühwiesen im gesamten Kreis

Die Idee ist einfach: In Zusammenarbeit mit Imkern legen Landwirte freiwillig Flächen mit bunt blühenden Blumen an, um die Lebensbedingungen für Bienen und andere Insekten in der Agrarlandschaft deutlich zu verbessern. Natürlich profitieren hierbei nicht nur Insekten. Über diese dicht bewachsenen Blühstreifen entstehen gleichzeitig Brut- und Deckungsräume für Wildtiere, und die Vogelwelt freut sich über das vielfältige Insektenangebot und die Pflanzensamen.

Damit Blumenwiesen entstehen können, haben Bauernverband und Imker aus der Region eine besondere Blühmischung zusammengestellt. 1400 Kilogramm Samen wurden davon an die Landwirte des Kreises ausgegeben - viermal mehr als 2017. Besonders erfreulich ist, dass immer mehr Landwirte.Interesse daran haben

»Die Bauern mussten nicht erst dazu überredet werden. Sie machen das aus Überzeugung«, sagt Ortslandwirt Michel Zörner. Nächstes Jahr werde sich die Beteiligung noch weiter steigern, sagt Kreis-Bauernverbandschef Paul. 66 Landwirte – und damit mehr als doppelt so viele wie im vergangenen Jahr – haben dieses Jahr Blühflächen angelegt. Insgesamt sind so 75 Blumenwiesen mit einer Gesamtgröße von 1,4 Millionen Quadratmetern entstanden.

Wer erfahren möchte, wo es in seiner Nähe Blühstreifen gibt, kann unter www.hessenbauernbienen.de seine Postleitzahl eingeben und findet so eine Blumenwiese in seiner Nähe.

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