29. April 2018, 18:52 Uhr

Gedenken an Atomkatastrophe

29. April 2018, 18:52 Uhr
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Aus der Redaktion

Am 26. April 1986 explodierte nach einem Bedienungsfehler der dritte Block des Atomkraftwerks Tschernobyl/Ukraine. An die Opfer der Atomkatastrophe vor 32 Jahren erinnerte nun der Arbeitskreis »Leben nach Tschernobyl« mit einem Gedenkgottesdienst.

Bei dem Unglück war radioaktives Material in großen Mengen freigesetzt worden und hatten den Nordwesten der Ukraine und weite Teile Weißrußlands verstrahlt. Die radioaktive Wolke zog über Nordeuropa hinweg – die Folgen waren noch in Nordschweden und Norwegen messbar. Pripjat und Tschernobyl wurden evakuiert, eine Sperrzone eingerichtet.

Seit 1990 gedenkt der Arbeitskreis in einem Gottesdienst und warnt vor den Folgen, die im Umgang mit Atomkraft entstehen. Gerhard Keller verwies darauf, dass der Einsatz von Atomkraftwerken keine Antwort auf den Klimawandel sein kann. Er machte deutlich, wie gering der Anteil des Atomstroms an der insgesamt weltweit benötigten Gesamtmenge von Energie ist. Vor allem die USA und Frankreich seien Profiteure von Atomstrom. In anderen Ländern werde großteils mit fossilen Brennstoffen Strom erzeugt, was jedoch den Klimawandel verstärke. Er forderte eine bessere Nutzung alternativer Energiequellen.

Für Welt ohne Atomwaffen

Reinhard Knauf brachte den Aspekt der atomaren Bedrohung durch Waffen ins Spiel. Unter anderem berichtete er von der »Internationalen Kampagne für die Abschaffung von Atomwaffen«, der der Friedensnobelpreis verliehen wurde, wobei allerdings kritisch anzumerken sei, dass einige Staaten, die zu den Atommächten gehören, diesem Vertrag bisher ihre Zustimmung verweigerten.

Eberhard Klein schließlich forderte in einem leidenschaftlichen Plädoyer »eine Orientierungs- und Widerstandskultur aus Glauben, Lieben und Hoffen – nicht nur in Krisenzeiten«. Man solle sich einsetzen für eine Welt ohne Waffen, für saubere Umwelt, für Frieden und für ein vernünftiges Miteinander aller Menschen.

Christel Dern und Sigrid Blochwitz berichteten von der seit vielen Jahren ausgerichteten Kleidersammlung, die dazu dient, mit einer Kleiderkammer in Borispol bedürftigen Menschen zu helfen. Am 11. Mai zwischen 15 und 17 Uhr wird wieder Kleidung für die Kleiderkammer annimmt. Treffpunkt ist das Autohaus Boedeker in Langgöns.



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