12. Dezember 2018, 21:55 Uhr

Für unser täglich Wasser

Der Zugang zu sauberem Wasser ist für uns eigentlich selbstverständlich. Damit das so bleibt, wird im Hintergrund ständig alles kontrolliert und ausgebessert. So auch in Staufenberg. Die Sanierungsarbeiten am Tiefbrunnen II in Mainzlar sind in vollem Gange, um auch weiterhin die Wasserversorgung sicherzustellen.
12. Dezember 2018, 21:55 Uhr
KGE
Rund sechs Meter lange Edelstahlrohre werden im Einschubverfahren in den Brunnen gelassen. (Foto: kge)

Wir brauchen es jeden Tag. Ohne können wir nicht. Unser Leben hängt davon ab: Das Recht auf Zugang zu sauberem Wasser ist ein Menschenrecht. In Deutschland sind die gesetzlichen Anforderungen an die Qualität von Trinkwasser besonders hoch, laut Umweltbundesamt ist es das am besten überwachte Lebensmittel Deutschlands. Wir müssen uns um unser täglich Wasser nicht sorgen, das übernehmen andere.

Der Zweckverband Lollar–Staufenberg (ZLS) zum Beispiel, der kürzlich zu einer Baustellenbesichtigung am Mainzlarer Tiefbrunnen II einlud. Seit Anfang November lässt der ZLS die Bohrung dort sanieren. Im September 2016 wurden bei einer geophysikalischen Untersuchung mithilfe einer Unterwasserkamera bauliche Mängel festgestellt. Dazu gehörten korrosionsbedingte Materialschwächen am Brunnenring sowie Ablagerungen im Filterbereich. »Der Brunnen war in einem sehr schlechten Zustand«, sagte Brunnenbaumeister Ralph Richter. Außerdem war aufgefallen, dass die Förderkapazität nachgelassen hatte. »Die neue Förderleistung wird in einem Pumpversuch im Anschluss an die Fertigstellung des Brunnens ermittelt«, teilte der Geschäftsführer des ZLS, Jochen Becker, mit.

Im Moment verlaufen die Arbeiten nach Plan. Zeitlich wären sie ihm sogar voraus. Am 15. Oktober wurde mit den vorbereitenden Tiefbauarbeiten begonnen. Innerhalb eines Tages wurde das alte Brunnenabschlussbauwerk abgebrochen. Das Ausräumen der Bohrung erfolgte anschließend innerhalb eines Monats. Aktuell werden neue Rohre – dem aktuellen Stand der Technik entsprechend – in den rund 80 Meter tiefen Brunnen eingebaut. Außerdem werden alle Zustrombereiche neu verfiltert. Rund 840 000 Euro kostet das Projekt, Mitte April nächsten Jahres soll der neue Tiefbrunnen fertig sein.

Eine Komplettsanierung sei auf langfristige Sicht unvermeidbar gewesen. Laut Becker ist die Oberflächenabdichtung des alten Brunnens unwirksam geworden. »Ein Eindringen von Keimen war somit theoretisch möglich«, berichtete er. Der Altbrunnen sei zusätzlich durch Roststellen einbruchgefährdet gewesen. Die ursprüngliche Idee, den Brunnen durch den Einbau einer Einschubverrohrung zu sanieren, wurde wieder verworfen. Dabei hätte nur ein Teilschaden, etwa der Lochfraß durch Rost, kurzfristig behoben werden können. Eine später trotzdem anfallende Sanierung wäre dadurch noch erschwert worden.

Bereits im vergangenen Jahr wurde im Versorgungsgebiet des ZLS durch die Schaffung einer sogenannten Redundanzoption die Versorgungssicherheit der beiden Mainzlarer Tiefbrunnen gesteigert. »Die Redundanz ist jedoch für die allgemeine Absicherung geschaffen und bleibt weiterhin erhalten«, sagte Becker. Eine Anbindung an den Zweckverband Mittelhessischer Wasserwerke (ZMW) über den Hochbehälter am Weidhof wird zukünftig die Versorgung während eines kurzzeitigen Teilausfalls der eigenen Versorgung überbrücken. Genutzt wird die Verbindung beispielsweise in Fällen wie der aktuellen Sanierung, um Wasserknappheit vorzubeugen. Dafür konnte eine bestehende Leitung genutzt werden, die zuvor saniert wurde.

Der Neuausbau des Brunnens macht es möglich, die Eigenversorgung auch weiterhin zu erhalten. Ohne die Sanierung wäre auf Dauer ein Zukauf von Trinkwasser notwendig geworden, wie Becker erklärte. Der ZLS schätzt sich darum glücklich: »Damit haben wir eine eigenständige und eigenverantwortliche Versorgung mit Trinkwasser aus dem eigenen Verbandsgebiet«, sagte Becker.

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