19. Juni 2018, 22:07 Uhr

Freundschaftsbeweise in Polen

19. Juni 2018, 22:07 Uhr
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Aus der Redaktion
Bleibende Erinnerung: Silke Arbeiter-Löffert (2. v. l.) und Bürgermeister Frank Ide überreichen das Grünberger Gastgeschenk, ein von Klaus Doppler (Ettingshausen) gemaltes Airbrush-Bild an Urszula Kuchcinska (l.) und Otolia Siemieniec (r.). (Foto: dis)

Bereits vor 25 Jahren wurde eine Städtepartnerschaft zwischen Grünberg und Mragowo, dem früheren Sensburg in Ostpreußen, geschlossen. Seit dieser Zeit haben viele Begegnungen stattgefunden, auch in Verbindung mit Grünbergs französischer Partnerstadt Condom. Nun wurde das 25-Jährige in Mragowo gefeiert. Den mehr als 30 Teilnehmern aus Grünberg stand eine ebenfalls stattliche Anzahl französischer Teilnehmer aus Condom zur Seite. Die Anreise erfolgte entweder mit dem Flugzeug über Warschau oder privat mit dem Pkw. Untergebracht wurden die Teilnehmer meist bei Gastfamilien, einige quartierten sich in einem Hotel in Mragowo ein. Zum Auftakt lernten alle Teilnehmer die wundervolle Landschaft Ermland-Masuren sowie die Städte Mikolajki (Nikolaiken) und Olsztyn (Allenstein) bei einer Busfahrt kennen.

Intensive Begegnungen

Die erste Begegnung mit den Gastgebern fand bei einem gemeinsamen Grillabend an der Mole statt. Offiziell begrüßt wurden Deutsche und Franzosen bei einer Feierstunde im Kulturzentrum Mragowos – nach dem musikalischen Auftakt durch die Mrongovia Brass Band mit der EU-Hymne. Mragowos Bürgermeisterin Otolia Siemieniec betonte, dass die Anwesenheit vieler ausländischer Gäste zum 25-jährigen Bestehen der Partnerschaft zwischen Mragowo und Grünberg Interesse an der Entwicklung und Festigung der Partnerschaft dokumentiere.

Begonnen habe alles in den Neunzigerjahren in Masuren mit dem Besuch des damaligen Grünberger Bürgermeisters Siegbert Damaschke, der aus Ryn stammt. Mitgewirkt hatten auch die Stadtverordneten Stanislaw Malyszo sowie Jürgen Schmidt und Rita Sekanina, die damalige Vorsitzende des Arbeitskreises Städtepartnerschaft Grünberg. Es sei eine mutige Entscheidung nach einer schwierigen Zeit der Entspannung in den deutsch-polnischen Beziehungen gewesen. Der Partnerschaftsvertrag wurde am 12. September 1992 in Grünberg unterschrieben und am 6. Juni 1993 in Mragowo durch den damaligen Bürgermeister Dariusz Jarosinski gegengezeichnet. Über die Zeit von 25 Jahren sei es gelungen, nachbarschaftliche und freundschaftliche Beziehungen untereinander zu knüpfen. Der Beitritt Polens zur EU am 1. Mai 2004 sei da nur eine Bestätigung eigener Wünsche und Bestrebungen gewesen.

Grünbergs Bürgermeister Frank Ide hob in seiner Rede die städtepartnerschaftliche Bedeutung hervor, die gerade in Zeiten aufkommender isolationistischer Bestrebungen und populistischer Ansichten von großer Bedeutung sei. Deshalb trügen die Begegnungen zum besseren Verständnis untereinander bei. Stadtverordnetenvorsteher Karlheinz Erdmann übermittelte ein Grußwort. Die Vorsitzenden der Städtepartnerschaftsvereine – Urszula Kuchcinska (Mragowo), Silke Arbeiter-Löffert (Grünberg) und Daniele Mraz (Condom) – würdigten die erfolgreiche Arbeit auf verschiedenen Ebenen mit einer Reihe von Veranstaltungen und Begegnungen, in denen auch die Jugend aus allen Partnerstädten ihren Platz gefunden habe.

Die Feierstunde wurde von tänzerischen Einlagen der Kindergärten und dem Auftritt eines Frauenchores aus Mragowo begleitet. Am Abend traf man sich in gemütlicher Runde mit den Familien zu einem langen und sehr schönen Fest. Das dreitägige Programm klang mit dem Besuch einer ökumenischen Messe in der evangelischen Kirche am Rathaus aus, dem sich ein geführter Rundgang durch Mragowo anschloss. Auf der Heimreise statteten die Grünberger der Warschauer Altstadt einen Besuch ab.



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