03. Mai 2018, 19:14 Uhr

Freilauffläche für ein Jahr – oder mehr

03. Mai 2018, 19:14 Uhr
Die Wiese am Alten Bahnhof – Alternative für eine Hundefreilauffläche? (Foto: tb)

Laubach (tb). Der Wunsch einer Gruppe von Laubachern wird nun doch erfüllt, die Stadt richtet eine Freilauffläche für deren Hunde ein. Allerdings zunächst nur für eine einjährige Testphase, danach werden die Erfahrungen – auch was gefordertes Engagement der Tierfreunde angeht – ausgewertet, wird über eine Fortsetzung entschieden.

Nach dem ablehnenden Votum des Fachausschusses war diese Wendung im Stadtparlament so nicht zu erwarten gewesen.

Sicher auch ein Verdienst von Günther Haas (FW), Ortsvorsteher und Vorstand des Tierschutzvereins Laubach, dem das Plenum Rederecht erteilt hatte. Haas verwies auf die guten Erfahrungen in Gießen, stellte dem die Probleme mit frei laufenden Hunden in Laubach entgegen, vor allem in der Brut- und Setzzeit. Klagen gebe es auch von Landwirten über Verunreinigungen. Schaffte man die Fläche, hätte das Ordnungsamt eine Handhabe, dieserart Verstöße gegen die Gefahrenabwehrordnung bzw. Anleinpflicht durchzusetzen, könnte auf die städtische Wiese hinterm Schlosspark verweisen. Für den Ponyhalter, aktueller Pächter der rund 1400 qm großen Fläche, stehe als Ausgleich eine Parzelle Richtung Adolf-Wieber-Straße bereit.

Dem Stadtverordneten Hans-Georg Frank (BfL) aber erschloss sich nicht der Sinn der Sache. »Wir haben doch genug Grünflächen, ohne Anleinzwang«, meinte er. Und verlangte eine genaue Prüfung und – scherzhaft – ein kynologisches, also auf Wesen und Bedürfnisse der Hunde zugeschnittenes Gutachten. Was passiere etwa, wenn sich zwei Problemhunde träfen. »Kynologie bezieht sich nicht auf Stadtverordnetenvorsteher Kühn«, schloss er ebenso scherzhaft. »Im Prinzip dafür«, war Michael Köhler (Grüne), doch gegen den Standort am Park. Besser wäre die Fläche am Bahnhof, da gebe es weniger Anwohner.

Eigeninitiative der Hundebesitzer klagte dagegen Dirk Hofmann (FBLL) ein, für kleines Geld könnten die doch selbst eine landwirtschaftliche Fläche pachten.

Dass nur so Verstöße gegen die Anleinpflicht zu ahnden, die Einfriedung mit einem Wildschutzzaun kostengünstig sei, auch die Würdigung von Bürgerinitiative und -engagement (Pflege der Wiese) führte Dirk Oßwald (FW) ins Feld. »Funktioniert es nicht, können wir es jederzeit zurücknehmen.« Nicht anders Axel Düringer (CDU): Den Einsatz der Bürger, aber auch des Ortsbeirats sollte die Politik wertschätzen.

Am Ende stand bei sieben Neinstimmen der Grundsatzbeschluss pro Freilauffläche, samt Standortprüfung, Testphase und anschließender Auswertung. Wie Bürgermeister Klug ankündigte, werde man nur in der Kernstadt die Anleinpflicht durchsetzen: »Ist doch klar, dass man von Altenhainern nicht verlangen kann, nach Laubach zu fahren.«

Im Nachgang zum Beschluss der Stadtväter plädierte Haas im GAZ-Gespräch nochmals für die Option am Schlosspark. Die Fläche am alten Bahnhof sei nicht nur zu klein, sie solle doch zudem – als Ersatz für die Schottener Straße (Baugebiet) – zum Parkplatz bei Großveranstaltungen werden. Sofern das ob der Lage favorisierte Grundstück tatsächlich bebaut werden sollte, sei das auch kein Problem. Sinngemäß: »Zaun weg und gut«.

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