31. Mai 2018, 20:22 Uhr

Frauenhilfe wird 100 Jahre

31. Mai 2018, 20:22 Uhr
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Von Manfred Schmitt
Dieses Foto entstand beim 75-jährigen Bestehen der Frauenhilfe. 25 Jahre später sind die Reihen lichter geworden. (Foto: msr)

Vor genau einem Jahrhundert wurde die evangelische Frauenhilfe der Kirchengemeinde Veitsberg-Saasen gegründet. Das soll nun am 10. Juni gebührend gefeiert werden. Die Idee der Frauenhilfe hat eine noch längere Geschichte und geht auf einen Verband zurück, der 1899 unter der Schirmherrschaft von Kaiserin Auguste Viktoria gegründet wurde. Dieser wiederum basierte auf der 1890 von Propst Hermann von der Goltz gegründete »Frauenhülfe« im Rahmen des Berliner Ortsvereins des Evangelisch-kirchlichen Hülfsvereins (EKH). Seit 1916 gibt es die Evangelische Frauenhilfe – zwei Jahre später auch in Saasen.

Kampf mit Überalterung

Die Frauenhilfe bot bei ihrer Gründung Frauen im kirchlichen Raum die Möglichkeit, sich gesellschaftlich zu engagieren und gesellig zusammenzukommen, während sie ansonsten aus dem politisch-gesellschaftlichen Leben größtenteils ausgeschlossen waren.

Die ursprünglich soziale und diakonische Ausrichtung der Frauenhilfsvereine hat sich aber mittlerweile stark gewandelt. Der Verband kämpft mit der Überalterung.

Auch in Saasen sind die Mitgliedschaften weniger geworden, waren es zum 75-jährigen Bestehen noch über 50 Frauen, so zählt man heute 25, von denen 17 Frauen über 70 Jahre alt sind. Die Vorsitzende Marie Schmitt war auch im 75. Jubeljahr schon Vorsitzende – in den 100 Jahren gab es insgesamt nur vier Vorsitzende (Marie Schmitt geb. Jüngel; Lina Hetterich geb. Schmitt; Hildegard Herber geb. Baumbach; Marie Schmitt geb. Hetterich seit 1989).

In den Anfangsjahren stimmte man zu Beginn stets das Lied »Harre meine Seele« an. Heute sind es eher die Lieder aus den aktuellen Gesangbüchern. Die jeweils zuständigen Pfarrer waren immer engagiert dabei, sorgten für den kirchlichen Rahmen, geistliche Unterstützung und halfen bei Festlegung von konkreten Hilfen oder Aktivitäten innerhalb der Gemeinschaft und des Gemeindelebens. Viele Spenden wurden gesammelt und konnten zur Verschönerung der Veitsbergkirche und zur Ausstattung des evangelischen Gemeindehauses verwendet werden. Früher traf man sich dazu in der Gastwirtschaft am Bahnhof. Erst seit Übernahme der alten Schule durch die Kirchengemeinde hat man seinen festen Versammlungsort für die im Sommer alle vier Wochen und im Winter wöchentlichen Treffen.

Auch der gemeindliche Kindergarten, die Feuerwehr und Grünberger Tafel wurden in den letzten Jahren unterstützt. Mit der evangelischen Frauenhilfe Bersrod ist man seit vielen Jahren freundschaftlich verbandelt, organisiert jeweils abwechselnd die Weltgebetstage und organisiert gemeinsame Ausflüge.

Das Jubiläumsfest wird im Hof des evangelischen Gemeindehauses und auf dem Dorfplatz gefeiert, zur Unterstützung haben sich die Kirchenvorsteher mit Pfarrerin Ursula Wendt angesagt. Beginn ist um 11 Uhr mit einem Festgottesdienst unter Beteiligung des Posaunenchores Winnerod. Um 14 Uhr heißt es dann »Mir saenge baurisch« mit Lebbe Ridda & Co, um 15 Uhr singt der Frauenchor des Gesangvereins Eintracht Saasen. Kaffee und Kuchen, Infos, Musik und Spiele sowie eine Ausstellung der Heimatgeschichtlichen Vereinigung Reiskirchen, Ortsgruppe Saasen mit Bildern der Frauenhilfe im evangelischen Gemeindehaus, runden den Tagesverlauf ab.



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