13. Juni 2018, 21:58 Uhr

Flutmulde und Blühstreifen

13. Juni 2018, 21:58 Uhr

Ist der 1989 gegründete Auenverbund Wetterau ein Vorbild für die Entwicklung der Lahnaue zwischen Heuchelheim und Lahnau? Dieser Frage gingen auf Einladung der CDU Heuchelheim rund 40 Zuhörer bei einer Informationsveranstaltung in Kinzenbach nach. Als Fachreferenten standen Matthias Korn, Biologe und Mitglied im Vorstand der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz, sowie der Biologe Stefan Stübing, ein ausgewiesener Kenner in der Vogelkunde, zur Verfügung.

CDU-Chef Karl-Ludwig Weller erinnerte an einen einstimmigen Beschluss der Heuchelheimer Gemeindevertretung, in der Lahnaue ein Flurbereinigungsverfahren einzuleiten.

Matthias Korn informierte die Zuhörer über die Entwicklung der Lahnaue und den Verlauf der Lahn bis ins 18. Jahrhundert. Dann beleuchtete er Vor- und Nachteile zu den Ideen, die es bisher für die Gestaltung der Lahnaue gab. Zum Beispiel ein Sportzentrum mit Regattastrecke und Segelsee, verbunden mit vollständiger Auskiesung der Lahnaue und Zerstörung der Natur. Diese Vorhaben konnten durch Widerstand in der Bevölkerung vermieden werden.

Weiter sollte nach der Gründung der Stadt Lahn ein Touristikzentrum zwischen Wetzlar und Gießen entstehen. Schließlich einigte man sich auf die Lösung, die Auskiesung zu stoppen und das Gebiet südlich der Lahn an den Heuchelheimer und Dutenhofener Seen touristisch zu nutzen und nördlich der Lahn dem Naturschutz zu widmen.

Landwirte skeptisch

Stefan Stübing informierte die Zuhörer über den Bestand der Vogelarten in Naturschutzgebieten in Hessen und überregionalen Gebieten sowie über vom Aussterben bedrohte Vogelarten. Er erläuterte, wie seltene Brutvögel wieder in Auengebiete wie die Lahnaue gelockt werden könnten. Beeindruckende Bilder von verschiedenen Vogelarten hatte er mitgebracht.

Heuchelheims Bürgermeister Lars Burkhard Steinz sagte, dass die beschlossene Flur-Neuordnung der erste Schritt auf einem langen Weg sei. Sollte die Neuordnung gelingen, könnten in der Lahnaue Vorhaben wie das Anlegen einer Flutmulde entlang des Flusses, die Anlage von Blühstreifen und das Zulassen von Vernässungen mit den positiven Auswirkungen auf Fauna und Flora angegangen werden.

Der Rathauschef erläuterte, dass beim Prozess der Neugestaltung alle beteiligten Akteure an einem Tisch zusammen kommen und die Interessen aller berücksichtigt werden müssen. Nur wenn alle etwas von der renaturierten Lahnaue hätten, sei auch die Akzeptanz des Projektes gegeben.

Gerhard Wiese, Vorsitzender des Naturschutzbundes Heuchelheim/Kinzenbach, meinte, die Aue werde durch die angedachten Maßnahmen, eine positive Entwicklung für Mensch und Natur nehmen.

Anwesende Landwirte äußerten dagegen ihre Skepsis über das Naturschutzprojekt und forderten, keine landwirtschaftlichen Flächen abgeben zu müssen. Die Äcker und Wiesen in der Lahnaue seien ein wichtiger Bestandteil ihrer Existenzgrundlage.

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