17. Januar 2017, 19:28 Uhr

Bau von Wasserkraftanlage in Lollar

Fischer kritisieren Richter am Verwaltungsgericht

Der Verband Hessischer Fischer hat auf den Bericht dieser Zeitung über das Wasserkraftwerk in Lollar mit massiver Kritik am Verwaltungsgericht Gießen reagiert. Dieses hatte den Eilantrag der Fischer gegen die Genehmigung des Anlagenbaus abgelehnt und damit den Weg frei gemacht für das 1,5 Millionen Euro teure Projekt. »Richter fällen ein Urteil, Fakten in der komplizierten Materie haben sie nicht«, sagt Winfried Klein, streitbarer Aktivist in Sachen Fischschutz.
17. Januar 2017, 19:28 Uhr

Der Verband Hessischer Fischer hat auf den Bericht dieser Zeitung über das Wasserkraftwerk in Lollar mit massiver Kritik am Verwaltungsgericht Gießen reagiert. Dieses hatte den Eilantrag der Fischer gegen die Genehmigung des Anlagenbaus abgelehnt und damit den Weg frei gemacht für das 1,5 Millionen Euro teure Projekt. »Richter fällen ein Urteil, Fakten in der komplizierten Materie haben sie nicht«, sagt Winfried Klein, streitbarer Aktivist in Sachen Fischschutz.

»Ein Urteil sollte immer aus belegbaren Fakten zur Sache resultieren«, schreibt er. »Wenn aber in dem Urteil lediglich Behauptungen der Beklagten und des Bauherren stehen und die triftigen, belegbaren Argumente der in der Sache kompetenten Kläger keine Rolle spielen, so ist das Urteil eine Farce.« Die Fischer hatten kritisiert, dass der Bau des Wasserkraftwerks eine »massive und nachhaltige Gewässerzerstörung« zur Folge habe – »für eine Kappe voll blutigen Ökostrom«, wie Klein weiter in seiner Presseerklärung schreibt. Das Gericht hatte diesem Vorwurf in seiner Urteilsbegründung im August 2016 widersprochen.

Die Anlage bezeichnet der Pressereferent des Verbands als »ausgesprochenen Unsinn«. Eine gute Wasserqualität der Lahn wäre erreichbar ohne Kosten, wenn der Fluss wieder zum Fließen gebracht werde. Deshalb habe der Verband gefordert, dass das Buderus-Wehr beseitigt werden sollte. »Zumindest in der dann neuen langen Fließstrecke hätte sich die Wasserqualität kostenlos erheblich verbessert«, schreibt Klein. Außerdem hätte sich die Durchgängigkeit und die Struktur von selbst eingestellt. Nun drohe der Tod vieler Fische, glaubt Klein. Demgegenüber stünden »die wenigen, lumpigen Kilowattstunden Strom«, die die Anlage produzieren werde.

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