25. Februar 2019, 21:56 Uhr

Finanzausschuss berät über künftigen Holzverkauf

25. Februar 2019, 21:56 Uhr
Den Verkauf des Holzes übernimmt ab Herbst voraussichtlich die in Gründung befindliche Gesellschaft »Holzvermarktung Mittelhessen«. (Foto: vh)

Den »Miniüberschuss« im Allendorfer Stadtwald, wie Sandra Henneberg (Grüne) das Jahresergebnis für 2019 nannte, kommentierte sie mit den Worten: »Was lohnt sich da noch?« Solle man vielleicht den Wald stilllegen oder andere Pflanzen anbauen?

Der stellvertretende Forstamtsleiter Wettenberg, Ralf Jäkel, und Revierförster Peter Krautzberger erläuterten dem Finanzausschuss die angespannte Lage in der Waldbewirtschaftung. Jäkel sprach die Pflichten eines Waldbesitzers an, etwa für sichere Wegeränder und Waldränder zu sorgen, damit die Erholungsfunktion des Waldes für die Bürger gewährleistet bleibe.

Krautzberger argumentierte mit dem Bedarf am Rohstoff Holz für Handwerk und Industrie. Wenn viele Waldbesitzer Flächen stilllegten, wer solle dann die benötigten Baumstämme liefern? Liefern bedeute, Bäume im Bestand fällen, diese an befahrbare Wege rücken und durch den Käufer abfahren lassen.

Das Forstamt Wettenberg und Revierförster Krautzberger werden das Revier Allendorf/Rabenau auch in Zukunft betreuen, allerdings nur noch bis zum Vorliefern der Stämme an den Fahrweg. Sämtliche Arbeitsschritte der Vermarktung (Käufersuche, Holzabfuhr, Verkauf) übernehme voraussichtlich ab Herbst dieses Jahres die Holzvermarktung Mittelhessen. Die in der Gründung befindliche Gesellschaft mit Sitz in Solms (Lahn-Dill-Kreis) wird dann für dortige Kommunen und im westlichen Landkreis Gießen den Holzverkauf übernehmen.

Bürgermeister Thomas Benz sagte, Allendorf und Rabenau hätten eine Interessensbekundung nach Solms geschickt, die Antwort stehe noch aus. Hauptamtsleiterin Christina Fricke teilte mit, dass die Gesellschaft für ihre Dienstleitung 2,50 Euro pro Festmeter verkauftem Holz einbehalte. Das entspreche dem aktuellen Preis von Hessen Forst. Momentan erarbeite man in Solms den Geschäftsplan um Fördergeld aus Wiesbaden für die Gesellschaftsgründung zu erhalten.

Jäkel blickte in die Zukunft. Er rechnet damit, dass der Wechsel des Vermarktungspartners, statt Hessen Forst dann die Gesellschaft Holzvermarktung Mittelhessen, bei den Betrieben der Holzverarbeitung zu Personaleinstellungen führen werde. Diese Mehrausgaben könnten sich auf den Holzpreis auswirken. Das bedeute: Der ohnehin knappe Überschuss aus der Waldbewirtschaftung in Allendorf könnte weiter schrumpfen.

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