06. Oktober 2017, 21:10 Uhr

Feldwege hegen und pflegen

06. Oktober 2017, 21:10 Uhr
Die Arbeitsgruppe überreicht ihre Ergebnisse zum Schutz von Feldwegen an die Umweltdezernentin. (Foto: pm)

Feldwege bieten Lebensraum für viele Pflanzen und Tiere und sind deshalb von großer Bedeutung für den Erhalt der biologischen Vielfalt. Wie Wege und Wegränder genutzt, gepflegt und geschützt werden können, darum geht es in einem Positionspapier, das der Arbeitskreis »Lebensraum Feldweg« nun der ersten Kreisbeigeordneten Dr. Christiane Schmahl überreicht hat.

Im Zuge der Biodiversitätsstrategie des Landes Hessen hat der Landkreis den Arbeitskreis »Lebensraum Feldweg« initiiert. In dieser Gruppe arbeiten seit Januar 2016 ehrenamtlich Menschen aus den Bereichen Landwirtschaft, Jagdgenossenschaften, Naturschutz, Jagd- sowie Kommunal- und Kreisverwaltungen zusammen. Sie haben das »Positionspapier zur Nutzung und Pflege der Wege und Wegränder« entwickelt, das zusammen mit dem Entwurf einer Mustersatzung und einer Pflegekonzeption für Feldwege an die Naturschutzdezernentin übergeben wurde.

»Die Kommunen sollen als Eigentümer der Feldwege durch das Positionspapier an ihre Verantwortung erinnert werden«, erklärt Schmahl. »Die Initiative des Arbeitskreises soll aber auch ein Anstoß sein, nicht nur im Landkreis etwas zu verändern, sondern als Leuchtturmprojekt in ganz Hessen den Stein ins Rollen zu bringen.« Daher werden die Umweltdezernentin und Vertreter des Arbeitskreises das Ergebnispapier im November auch an die Umweltministerin des Landes Hessen, Priska Hinz, übergeben.

Die Insektenvielfalt und die Pflanzen- und Tierwelt der offenen Landschaft haben in den vergangenen Jahren stark abgenommen. Graswege und Ränder von befestigten Wegen können dem Problem entgegenwirken. Die Biodiversitäts-AG hat sich eingehend mit dem Thema befasst und erläutert in ihrem Positionspapier, wie die Feldwege und somit die biologische Vielfalt in den Kommunen geschützt werden können.

Als Eigentümer der Wege werden die Kommunen aufgefordert, die Feldwege zu pflegen, um eine Mitbearbeitung oder das vollständige Wegpflügen von Feldwegen durch die Landwirtschaft zu verhindern. Lich nimmt dabei eine Vorreiterposition ein, da die Stadt bereits 2011 eine Feldwegesatzung beschlossen hat. Sie ist die Grundlage, um Verstöße ahnden zu können. Nicht zuletzt deshalb fand die Übergabe dort in Anwesenheit der Ersten Stadträtin Barbara Kröger statt.

»Wir empfehlen die Verabschiedung kommunaler Feldwegesatzungen, in denen die Rechte und Pflichten der Wegenutzer festgelegt sind. Zusätzlich müssen Pflegepläne für die fachlich abgestimmte Bearbeitung der Wege und Wegränder erarbeitet werden«, erklärte Dr. Heinrich Steinmetz, Sprecher der Biodiversitäts-AG bei der Übergabe.

Die Landwirte werden im Positionspapier aufgefordert, die Wege nicht mit Dünge- und Pflanzenschutzmitteln zu behandeln, nicht ungenehmigt zu pflügen und sie nur zum Erreichen ihrer Grundstücke zu nutzen. Im Gegenzug bittet der Arbeitskreis andere Nutzer der Wege wie Wanderer, Hundehalter, Reiter und Radfahrer, Rücksicht auf die Landwirtschaft zu nehmen. Jagdgenossenschaften und Jäger tragen ebenfalls die Verantwortung für die Gestaltung des Lebensraums auf dem Feld. Auch an sie wird appelliert, die Wege und Wegränder unbeschädigt als Lebensräume zu erhalten.

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