07. November 2017, 21:07 Uhr

Feinsinnige Luther-Würdigung

07. November 2017, 21:07 Uhr
Saisonauftakt der Wettenberger Winterkonzerte in der evangelischen Kirche in Wißmar: Das Ensemble Opella Nova alias Susanne Riediger, Bettina Auf’mkolk, Beate Jordan, Stefan Wolf und Adrian Kroneberger bei der Zugabe. (Foto: jou)

. – Als für Interpreten wie Hörer recht anspruchsvoll erwies sich das gelungene erste Winterkonzert am Sonntag in der evangelischen Kirche zu Wißmar. Das 2003 gegründete Ensemble Opella Nova widmete sich Liedern der Reformation als Hommage an Martin Luther. Werken von Zeitgenossen Luthers gegenüber standen Kompositionen späterer Generationen bis in die Gegenwart. Bereichert wurde das Programm durch Texte des Reformators, die Tenor Adrian Kroneberger und Altistin Beate Jordan im Wechsel vortrugen und die mitunter thematisch auf die Lieder bezogen waren. Das Ensemble komplettierten Sopranistin Bettina Auf’mkolk, Mezzosopranistin Susanne Riediger und Bassbariton Stefan Wolf.

Anregend schien das Konzert vor allem angesichts der originellen Werkzusammenstellung, die auch eher selten aufgeführte Lieder umfasste. Den Auftakt bildete die Vertonung des Luther-Textes »Wir glauben all an einen Gott« aus Wolfgang Fortners »Deutscher Liedmesse« (1934) – ein Stück, das eine fruchtbare Auseinandersetzung mit der Vokalmusiktradition offenbarte. Es folgte Hugo Distlers Chormusik »Aus tiefer Not schrei ich zu dir«, bei der Text und Melodie vom Reformator stammen. Das Ensemble artikulierte stets deutlich und achtete auf gute Durchhörbarkeit der einzelnen Stimmlagen.

Herzergreifende Zuversicht

In die Renaissance führte das nuanciert dargebotene Lied »Nun freut euch, lieben Christen g’mein« von Benedictus Ducis. Bei Melchior Francks Vertonung des 116. Psalms »Das ist mir lieb, dass der Herr meine Stimme und mein Flehen höret« gefiel wieder die ebenso klare wie feine Gestaltung. Heutigen Hörern geläufiger ist Heinrich Schütz, von dem die Vertonung des 58. Psalms »Wie nun, ihr Herren, seid ihr stumm?« sowie die geistliche Chormusik »Verleih uns Frieden gnädiglich« zu erleben waren. Letztere berührte besonders mit ihrer Besinnlichkeit in der tief empfundenen Interpretation.

Emotional nahe gingen auch die romantischen Lieder »Die beste Zeit im Jahr ist mein« von Arnold Mendelssohn und »Schaffe in mir, Gott, ein rein Herz« von Johannes Brahms. Mit der herzergreifenden Zuversicht markierte Paul Hellers Komposition »Wir glauben all an einen Gott« einen starken Abschluss. Für den lang anhaltenden Beifall dankte das Ensemble Opella Nova mit einer Max-Reger-Zugabe. Sascha Jouini

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