08. April 2019, 22:14 Uhr

Extremer Platzmangel

08. April 2019, 22:14 Uhr
Es ist eng im Heimatmuseum und die Suche nach realisierbaren Alternativstandorten schwierig. (Foto: m)

Wettenberg (m). In diesem Jahr wird er 30 Jahre alt – der Verein Heimatstube Launsbach. 1992 hat man das Museum im Anfang des 20. Jahrhunderts erbauten Backhaus eingerichtet. Doch als Museum ist es nur sehr eingeschränkt nutzbar. Eine schmale, enge Treppe führt in das 1. Obergeschoss und von dort nochmals in das Dachgeschoss. Somit sind diese Räumlichkeiten für ältere und mobilitätseingeschränkte Menschen nicht gefahrlos nutzbar. Hinzu kommt, dass viele Stücke des umfangreichen und wertvollen Fundus aus Platzgründen gar nicht präsentiert werden können und verpackt in Kisten und Kartons schlummern, wie etwa die über 700 alten Fotografien und zahlreichen Trachten. Teilweise haben die Mitglieder auch Stücke zu Hause gelagert. 40 Quadratmeter maximal stehen im Heimatmuseum zur Verfügung – zu wenig.

Vor dieser Ausgangslage hatte der Ausschuss für Kultur, Sport und Partnerschaftspflege zu einer Ortsbegehung eingeladen, auch, weil der Vorstand der Heimatstube schon seit Jahren Hilfe und Unterstützung von den gemeindlichen Gremien anfordert, um adäquate, neue Räumlichkeiten zu finden, damit aus einem Lagerraum wieder ein Museum wird. Vorsitzende Ingrid Hofmann sagte bei der Ortsbegehung, dass man seitens des Vereins vor vielen Jahren bereits einen entsprechenden Antrag gestellt habe. Bislang habe sich nichts bewegt. Neue Räumlichkeiten müssten größer, leichter zugänglich und trocken sein. Sie bedauerte, dass unter der herrschenden Not auch die Kinder und Schüler zu leiden hätten, die oft Gäste im Museum sind, aber eben halt nicht alles gezeigt bekommen könnten. Ausschussvorsitzender Georg Schlierbach (FW) begrüßte die Anwesenden, darunter die Vorstandsmitglieder der Heimatstube.

Zwei Alternativen?

Auch wenn klar war, dass es bei diesem Termin noch keine Lösung oder gar eine entsprechende Beschlussfassung geben konnte, war er doch ein kleines hoffnungsvolles Zeichen, dass sich auch die politisch Verantwortlichen nun spürbar bemühen wollen, dem Verein zu helfen. Das wird nicht einfach, denn es gibt eigentlich nur zwei überlegenswerte Alternativen, und selbst die haben nach Lage der Dinge erstmal wenig Aussicht auf Realisierbarkeit: Da wäre die Aufstellung eines Containers am Bürgerhaus, ähnlich dem, der derzeit von der Burschenschaft und den Kappenträgern genutzt wird. Das dürfte aber daran scheitern, dass er nicht beheizt werden kann und flächenmäßig auch zu klein ausfiele. In den Überlegungen der Heimatstube steht auch die Unterkunft für Asylbewerber.

Je nach Entwicklung könne dies eine Option in mittel- bis langfristiger Sicht sein, wenn die Einrichtung einmal leer stehen sollte, hieß es. Hierüber müsste dann aber die Kommune mit dem Landkreis verhandeln. Die Wünsche der Heimatstube, in die alte Schule oder das Belzgasshofgebäude umzuziehen, wurden bereits abschlägig beschieden. Im Belzgassprojekt ist die Kommune bereits vertraglich durch andere Nutzungsformen gebunden und will sich auch für Anfragen von Neuvermietungen Flexibilität bewahren. Eine dauerhafte Vermietung ist hier nicht vorgesehen. Die alte Schule soll nach Beschluss des Bauauschusses verkauft werden. Bleibt also abzuwarten, wie es weitergeht. Das Thema »Heimatmuseum Launsbach« soll in den Fraktionen zunächst weiter behandelt werden.

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