29. Oktober 2018, 21:06 Uhr

Expertentipp: Rücklagen bilden

29. Oktober 2018, 21:06 Uhr

Insbesondere die Auswirkungen der Windwurf- und Trockenschäden im Laubacher Stadtwald wurden thematisiert.

Durch die aufgezwungenen Holzmengen aus dem Windwurf und der anschließenden Käferkalamität werde das Jahr 2018 der Stiftung ein nahezu verdoppeltes Betriebsergebnis bringen. Die Schäden in den Fichtenbeständen würden jedoch das Vermögen der Stadtwaldstiftung vermindern, mit finanziellen Auswirkungen für viele Jahre. Bereits der bis jetzt entstandene Holzanfall entspräche einer Fläche von über 20 Hektar Wald. Die vielen Einzel- und Nesterwürfe, verbunden mit der extremen Trockenheit, die die Bäume stark schwächt, ließen praktisch in fast allen Fichtenbeständen Käfermassenvermehrungen entstehen. Bis heute seien mehr als 11 000 Festmeter durch Windwurf und Käfer zwangsangefallen. Durch die guten Holzmarktkontakte und rasches Handeln des Dienstleisters hätte bereits fast das gesamte Holz aus dem Wald in die verarbeitenden Holzwerke gebracht werden können, obwohl der Holzmarkt völlig verstopft sei. In den nächsten Jahren würden je nach Witterung auch in der Buche als Folgeschäden erwartet, weitere Kalamitätsanfälle kommen.

Geringerer Einschlag geplant

Der Vorsitzende des Kuratoriums, Dr. Jens Borchers, empfiehlt, die vorweggenommenen Erträge zurückzulegen, um einerseits die kontinuierliche Bereitstellung von Stiftungsmitteln zu ermöglichen und andererseits dem Betrieb die finanzielle Handlungsfähigkeit zu erhalten. Diese Meinung teilen auch die restlichen Vorstandsmitglieder Stadtrat Josef Neuhäuser und Erste Stadträtin Isolde Hanak sowie Bürgermeister Klug.

Das kommende Forstwirtschaftjahr werde durch Einschlagszurückhaltung im Nadelholz geprägt sein. Der Einschlag sinke um etwa 2000 Festmeter gegenüber der Forsteinrichtung. Das geplante Ergebnis läge ein Drittel unter dem langjährigen Mittel. Schwer planbar seien die zu erwartenden weiteren Kalamitätsmengen mit ihren Folgen für Aufarbeitung, Kulturgründung und Pflege. Die Auswahl der richtigen Baumarten, um für die Klimaerwärmung gewappnet zu sein, war ebenfalls Gegenstand der Diskussion. Aktuelle Untersuchungen der Nordwestdeutschen Versuchsanstalt widmen sich dieser Fragestellung. Auch hieran wird sich die Stadtwaldstiftung beteiligen. Klar sei, dass keine einseitige Bevorzugung einer Baumart angestrebt werden sollte. Die Chance auf einen gesunden Wald läge in der Vielfalt. Der vorgelegte Wirtschaftsplan wurde vom Kuratorium zur Annahme empfohlen und vom Vorstand beschlossen.

Vorstandsvorsitzender Peter Klug berichtete von einer erfolgreichen Zusammenarbeit mit der Vergabekommission, die über die Vergabe der erwirtschafteten Stiftungsmittel berät. Die Stadtwaldstiftung Laubach verfüge jetzt auch über einen eigenen Internetauftritt unter www.stadtwaldstiftung-laubach.de. Die Jubiläumsveranstaltungen 2019 zum 20-jährigen Bestehen würden voraussichtlich am 1. Juni mit einem Waldtag beginnen. Es würden zu verschiedenen Themenbereichen, wie Brennholz, Drohneneinsatz im Wald, Ökologie, Ruheforst, Waldpflege, Führungen und Vorführungen angeboten.

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