07. November 2017, 22:19 Uhr

»Ethisch richtig verhalten«

07. November 2017, 22:19 Uhr
Die Jungjäger nach dem »Jägerschlag« mit Vorsitzendem Dieter Mackenrodt (l.). (Foto: con)

»Die Legende fordert den Jäger auf, andere Geschöpfe als solche wahrzunehmen, die auch ein Recht auf Leben besitzen«: Diese Worte leiteten die Hubertusmesse des Jagdvereins Hubertus im Dormitorium von Kloster Arnsburg ein. Sicherlich 500 Gäste hatten sich hier eingefunden, um der traditionsreichen Messe zu folgen, darunter auch Ministerpräsident Volker Bouffier.

Tierische Helfer

Die Predigt hielt Pfarrer Dr. Ulrich Becke aus Bad Nauheim. Er ging nicht nur auf die Legende des heiligen Hubertus ein, zitierte auch Bibelstellen, die sich mit dem Thema Mensch und Tier auseinandersetzen. »Der Mensch soll sich als Erhalter und Bewahrer des Lebens verstehen«, sagte Becke. Passend zum Lutherjahr leitete der Pfarrer die Predigt mit den Worten »Luther und die Jagd« ein. Auch wenn Luther selbst kein Waidmann war.

Die Kollekte des Gottesdienstes war für waldpädagogische Maßnahmen gedacht. Dazu gehören unter anderem Waldlehrpfade und Schulungen zum Thema Wald in Schulen und Kindergärten. An der Gestaltung der Hubertusmesse wirkte das Parforcehorn-Corps »Hoher Vogelsberg« unter Leitung von Paul Momberger mit.

Zum »Jägerschlag« spielte zudem die Bläsergruppe des Jagdvereins Hubertus »Gruß den Jungjägern«. Die Hubertusmesse gibt es in dieser Form seit den 1970er Jahren im Gießener Land. Auch an die tierischen Jagdhelfer wird bei dem Gottesdienst gedacht – und so waren rund um den Altar auch Jagdhunde und drei Jagdfalken zu Gast.

Zum Programm gehört immer die Aufnahme von Jungjägern in die Gemeinschaft der Gießener Jäger. Insgesamt 34 Teilnehmer verzeichnete der Verein beim »Grünen Abitur« in diesem Frühjahr – bestanden haben damals 30 ihre Prüfung, drei weitere dann in der Nachprüfung Anfang des Herbst. Nun empfingen sie den traditionellen »Jägerschlag«, der die Aufnahme der Jungjäger darstellt und sie zumindest offiziell zu Waidmännern macht: »Aber nicht die Prüfung oder der Jägerschlag macht den Jäger aus, sondern das sittliche und ethisch richtige Verhalten im Umgang mit Wild und Wald«, erklärte der Vorsitzende des Jagdvereins, Dieter Mackenrodt: »Nicht die Flinte macht den Jäger, sondern das Herz – haltet euch bei jeglichem jägerlichen Werk auch immer einen Spiegel vor.«

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