11. Oktober 2018, 21:42 Uhr

Erinnerungen an Murmeln und Puppen

11. Oktober 2018, 21:42 Uhr
An Spielzeug, Basteleien, Strick- und Häkelarbeiten vor 60 und 70 Jahren erinnern alte Puppen, Decken und Tücher. (Foto: con)

Was heute die Sammelkartenspiele sind, waren früher die Murmeln oder Klicker: In den Schulpausen und in der Freizeit sah man allerorts Kinder damit spielen. »Wir haben auch getauscht«, erinnern sich die Teilnehmer des Erinnerungscafés in Oberkleen am Dienstag. »Für mehrere Lehmkugeln hat man immer eine Glasmurmel bekommen – oder für Glasmurmeln eine aus Milchglas.« Im Geschäft habe eine Murmel zwei Pfennig gekostet.

Das Thema des Treffens im Oberkleen: Spiele und Spielzeug aus der Kindheit. Wie verbrachte man in den 40er, 50er und 60er Jahren des letzten Jahrhunderts seine Freizeit – vor allem draußen? Computer gab es noch lange nicht, und ein Fernseher stand ebenfalls nur in wenigen Häusern. Dafür spielte man aber viel vor der Tür: Ballspiele wie Völkerball oder Fußball, Seilspringen und Reifentreiben – bei letzterem versuchten vor allem die Jungs, einen Metallreifen mit Stöcken bewegt quer durch den Ort zu treiben.

Für die Mädchen bedeutete die Freizeit meist Handarbeiten: »Wir durften nicht einfach nur herumsitzen – die Hände mussten immer etwas zu tun haben«, erinnert sich Christine Rüspeler. Sie hat zu dem Treffen Decken und Tücher mitgebracht, die sie mit etwa 16 Jahren angefertigt hat. Auf die Nachfrage, wo sie das Stricken und Häkeln gelernt haben, haben die meisten Teilnehmerinnen die gleiche Antwort: »Das haben wir von unserer Großmutter gelernt.«

Doch neben der Erinnerung an die Spiele draußen und mit Freunden hatten viele Besucher des Erinnerungscafés auch ihre alten Spielsachen mitgebracht, die sich über die Jahrzehnte gehalten haben: Loni Reuter hat zwei Puppen dabei, mit denen sie bereits als Kind spielte. Besonders mit der Jungen-Puppe verbindet sie bis heute etwas: »Die hat mir mein Vater in den Kriegsjahren aus Frankreich geschickt«, erinnert sie sich.

Auch Christa Hartmannshenn hat als Kind gerne mit Puppen gespielt – unter anderem hat sie ein Exemplar aus den 50er Jahren mitgebracht: »Ein Kriegskamerad meines Vaters lebte in der DDR, und seine Frau arbeitete dort in einer Puppenfabrik«, erzählt sie. »Und weil sie selbst keine Kinder hatten, haben wir immer Puppen geschenkt bekommen«. Aber über die vergangenen Jahrzehnte gingen die meisten Exemplare den bedauerlichen Weg von so vielen Spielsachen – und wurden weggeworfen.

Gerade für die Jungs war indes der Märklin-Baukasten ein Highlight. Daneben standen auch Feuerwehrautos, Traktoren und Roller hoch im Kurs.

Auf die Idee des Erinnerungscafés zum Thema Spielsachen kam die Organisatorin Hannelore Hepp bei ihrer Arbeit mit dem Heimat- und Geschichtsverein Oberkleen: »Der Verein brachte ein Buch zum Thema ›Leben früher‹ heraus und das habe ich zum Anlass genommen, um zu schauen, an was sich die Leute hier noch erinnern können«, berichtete Hepp.

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