15. Mai 2018, 22:07 Uhr

Erfolgsgeschichte seit 28 Jahren

15. Mai 2018, 22:07 Uhr

Seit 28 Jahren besteht nun schon der Arbeitskreis »Leben nach Tschernobyl« der evangelischen Kirchengemeinde Langgöns. Die erste Zusammenkunft der Mitglieder fand im Herbst 1990 statt. Die Gruppe wurde nach einer Begegnungsreise in die damalige Sowjetunion ins Leben gerufen. Die Liste der Dinge, die die Mitglieder auf humanitärem Sektor auf den Weg gebracht haben, ist lang.

Zu den bedeutendsten Maßnahmen zählt etwa das Krankenhaus in Borispol, das vom Arbeitskreis mit Betten und Klinikmaterial ausgestattet wurde. Auch der OP-Trakt konnte ausgebaut werden. Die Klinik bekam von Langgöns OP-Tische, Ultraschallgeräte und EKG-Geräte. Spritzen, Kanülen und Verbandsmaterial werden bei jedem Transport in die Ukraine gebracht. Zu Beginn der Arbeit richteten die Ehrenamtlichen in Borispol eine Tschernobyl-Apotheke ein, die jahrelang gut gearbeitet hat und auf dem Gelände der Klinik wurde eine Kleiderkammer installiert, die schon seit 25 Jahren Bedürftige unterstützt. Darüber hinaus wurde ein Altenheim bei Borispol fast komplett neu ausgestattet mit Betten, Wäsche, Kleidung, Küche und sanitären Anlagen. Schulen und Kindergärten wurden bedacht, ebenso wie Privatfamilien. Mehrmals waren Kinder aus Borispol und Umgebung zu Ferienaufenthalten in Langgöns. Außerdem finanziert der Arbeitskreis seit etlichen Jahren von Oktober bis März in Borispol eine Suppenküche, die mehrmals pro Woche warme Mahlzeiten an Alte und Alleinstehende verteilt.

Auch politisch engagiert

Auch politisch hat man sich eingemischt: Viele namhafte Persönlichkeiten, wie etwa Gudrun Pausewang oder Hanns Dieter Hüsch, Lavendelmond, Nora und Norbert Schmidt und viele weitere waren in Langgöns und warnten vor atomaren Gefahren. Der Arbeitskreis ist auch jahrelang in vielen Schulen aufklärerisch tätig gewesen. Zudem waren sie Mitinitiatoren des Protestes gegen die Atompolitik des Weltkonzerns Siemens. Die Robert-Bosch-Stiftung hat ihre Arbeit mit einem großen Geldbetrag gewürdigt, der komplett in dortige Projekte geflossen ist.

Das Engagement wurde 2015 belohnt, als der Arbeitskreis 25 Jahre alt wurde. Damals wurden sieben Frauen mit dem Ehrenbrief des Landes Hessen ausgezeichnet. Eine Erfolgsgeschichte – ganz zweifellos. Aber: Die meisten Mitglieder sind seit Beginn an dabei und ihre Kräfte lassen nach. Deshalb freut sich der Arbeitskreis immer über Menschen, die helfen wollen. Kontakte: Elke Kutscher, Tel. 0 64 03/48 87, Gerhard Keller, Tel. 0 641/58 77 57 81, Sigrid Blochwitz, Tel. 0 64 03/71 853, Rosi und Reinhard Knauf, Tel. 0 64 03/55 88.

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