07. Januar 2019, 21:23 Uhr

Erbauliche Musik zum Start

07. Januar 2019, 21:23 Uhr
Jens Amend, Lydia Blum und Markus Bebek (v. l.) freuen sich über den Schlussapplaus in der voll besetzten evangelischen Kirche. (Foto: jou)

Beim Neujahrsprogramm am Sonntag in der evangelischen Kirche zu Wißmar setzte der Arbeitskreis Wettenberger Winterkonzerte mit dem Trio »Tromba Cordiale« auf bewährte Musiker: Markus Bebek (Trompete), Lydia Blum (Cello) und Jens Amend (Orgel) hatten hier schon früher ihr Können bewiesen und stießen bei den zahlreichen Besuchern auf begeisterte Resonanz. Einen gebührend feierlichen Auftakt bildete der »Prince of Denmark’s March« des englischen Barockkomponisten Jeremiah Clarke mit der eingängigen, klanglich brillanten Trompetenmelodie über der tragkräftigen Cello- und Orgelbegleitung. Bei der wohlbekannten Arie »Ombra mai fù« aus Georg Friedrich Händels Oper »Xerxes« rückte eingangs das Cello in den Fokus, ehe die Trompete die Melodiestimme übernahm. Zum ersten Stück kontrastierte die Musik durch beschaulich-ruhigen Charakter.

Feines musikalisches Empfinden

Besonders nahe ging in Blums und Amends subtiler Interpretation der intime Largo-Kopfsatz der Sonate für Cello und Basso continuo a-Moll von Antonio Vivaldi. Wunderbar kantabel intonierend, ahmte Blum gekonnt die menschliche Gesangsstimme nach. Beschwingt-leicht und mit wohldosierten Akzenten brachte sie gemeinsam mit Amend das bewegte »Allegro poco« zu Gehör. Im von seufzerartiger Motivik geprägten dritten Satz konnte man sich dem Zauber kaum entziehen. Das feine musikalische Empfinden des Duos beeindruckte bis zum Finale.

Bei den Variationen über das hymnenhafte Lied »Amazing Grace« von Hans-Uwe Hielscher (geb. 1945) zeigte sich wieder, wie ansprechend die Künstler das Programm zusammengestellt hatten. Am meisten gefiel die Variation, in der die Orgel die Trompete imitierte und in konzentrierten Dialog mit ihr trat. Der folgende entspannte Teil führte zu einem prägnant-virtuosen Schluss.

Einen Höhepunkt des Konzerts markierte Amends durchsichtige Interpretation der dramatischen Toccata d-Moll BWV 565 von Johann Sebastian Bach. Bei der gleichermaßen klar gemeisterten dazugehörigen Fuge wählte der Staufenberger Organist ein moderates Tempo und zeichnete Form und Struktur überaus elegant. Amend demonstrierte eindrucksvoll, dass die berühmte Komposition nicht nur in Kathedralen aufgeführt gehört, sich vielmehr auch in solch kleinen, kaum hallenden Kirchensälen vielschichtig zur Geltung bringen lässt.

Das Vergnügen setzte sich fort bei zwei atmosphärisch dichten Triosätzen aus der »Weihnachtssonate« von Wolfgang Arneth sowie beim ebenso erbaulichen Postludium »O du fröhliche« von Andreas Hantke. Händels festliche Suite D-Dur schlug zum Schluss den Bogen zum Beginn zurück und sorgte für das i-Tüpfelchen. Zwei Zugaben folgten.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Antonio Vivaldi
  • Celli
  • Evangelische Kirche
  • Georg Friedrich
  • Jeremiah Clarke
  • Johann Sebastian Bach
  • Oper
  • Sebastian Bach
  • Trompete
  • Wettenberg
  • Sascha Jouini
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos