08. September 2017, 19:01 Uhr

Energie, Wohnraum und Zusammenarbeit

08. September 2017, 19:01 Uhr
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Aus der Redaktion

Langgöns/Wiesbaden (pm). Energieformen und die Leitungsstraßen, Dorferneuerung und ländlicher Raum, das Spannungsfeld zwischen dem Ballungsraum Rhein/Main und der Region Mittelhessen, aber auch die Zusammenarbeit im politischen Raum, und hier vor allem zwischen CDU, Grünen und FDP: Das waren in erster Linie die Themen bei einem Meinungsaustausch in Wiesbaden. Hierzu hatte Eva Goldbach, Grüne Landtagsabgeordnete, die Mitglieder der Langgönser Koalition der Gemeindevertretung, an deren Spitze Parlamentsvorsitzender Martin Hanika und der Erste Beigeordnete Marius Reusch (beide CDU), in den Hessischen Landtag eingeladen. Auch Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) hatte seine Teilnahme zugesagt.

Einig war man sich über die große Bedeutung des Hessischen Dorferneuerungsprogramms für die Gemeinden, zumal viele öffentliche und private Maßnahmen in den Dorfkernen in erheblichem Umfang gefördert würden. Hier sei es aber für die Gemeinden hilfreich, einige Formalitäten in der Umsetzung zu korrigieren, z. B. die zu kurz bemessenen Fristen von der Erteilung der Bescheide bis zur Schlussabrechnung der Maßnahmen, sagte Marius Reusch. Goldbach sagte hier eine Überprüfung zu.

Zur Energiewende wies Bouffier auf die oft schwierigen Abstimmungsprobleme zwischen den Bundesländern bei den Planungen der Leitungstrassen hin. Die seien aber erforderlich, um den Strom dorthin zu bringen, wo er benötigt werde. Man sei aber auf einem guten Weg beim Ausbau der regenerativen Energien.

Im Hinblick auf die gegenwärtige Wohnraumdiskussion nicht nur im Landkreis Gießen betonte Hanika, dass es nicht um eine weitere Verdichtung des bereits jetzt in verkehrlicher und ökologischer Sicht überlasteten Ballungsraums Rhein-Main gehen könne. Wichtig sei vielmehr eine Übertragung und Verteilung wesentlicher Aufgaben wie beispielsweise Gewerbeansiedlung, Arbeitsplätze, Wohnraum, öffentliche Infrastruktur u. a., auch auf Ober- und Mittelzentren. Hier müsse Landesentwicklung künftig einfach neue Wege gehen. Letztendlich entlaste dies die Ballungsräume und fördere auch Regionen wie Mittelhessen.

Eva Goldbach hob die harmonische und respektvolle Arbeit der Koalition Schwarz/Grün auf Landesebene hervor. Diese Aussage nahm Barbara Fandré, Ortsvorsitzende der FDP, auf und fragte: »Warum sollte eine Koalition, wie sie auf landes- und kommunalpolitischer Ebene bereits seit vielen Jahren problemlos funktioniert, nicht auch auf Bundesebene möglich sein?«

Ein Besuch der Landtagsplenarsitzung zur Situation an den hessischen Schulen sowie eine Besichtigung des prächtigen Nassauer Schlosses rundeten das Programm ab. Hier blieb auch etwas Zeit für persönliche Gespräche mit dem Landtagspräsidenten Norbert Kartmann. Dr. Michael Buss, Fraktionsvorsitzender der Gründen im Langgönser Gemeindeparlament, freute sich über »das Glück, als eine der letzten Gruppen, die beeindruckenden Säle des Schlosses besichtigen zu können, bevor sie jetzt erst einmal wegen Renovierung verschlossen bleiben«.



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