11. März 2018, 20:18 Uhr

Empfindsam und schattierungsreich

11. März 2018, 20:18 Uhr
Sensibel im Zusammenspiel: das Ensemble Fontanella-Consort. (Foto: jou)

Großen musikalischen Hörgenuss bot das Ensemble Fontanella-Consort bei seinem Konzert in der Marienstiftskirche. Christof Becker (Violine/Viola), Jeanine Krause (Oboe/Blockflöte), Kaja Kapus (Cello) und Christoph Koerber (Cembalo) zeigten sich als in der barocken Aufführungspraxis versierte Künstler. Unter Leitung von Kantor Becker musizierten sie überdies auf historischen Instrumenten beziehungsweise Nachbauten entsprechender Vorbilder, was dem natürlichen, facettenreichen Gesamtbild zugute kam.

Der empfindsame, im Ausdruck harmonische Vortrag ließ schon zu Beginn, im Kopfsatz der Sonate e-Moll BWV 528 von Johann Sebastian Bach das Herz höher schlagen. Das Andante berührte durch tiefe Schwermut. Bis hin zum Finale gefiel besonders die beschauliche, Eile vermeidende Tempogestaltung. Beim Trio F-Dur aus Georg Philipp Telemanns »Essercizii Musici« mutete im eröffnenden Vivace das Wechselspiel von Viola und Altblockflöte klanglich reizvoll an. Intensive Leidenschaft verströmte das Thema im ruhigen Mittelsatz. Dazu kontrastierte das vitale Schluss-Allegro, derart schwungvoll meisterte es das Ensemble.

Auch bei Carl Friedrich Abels Trio C-Dur op. 9 Nr. 6 beeindruckte die inspirierte Darbietung. Da gingen Künstler mit Gespür für atmende Artikulation sowie klangliche Nuancen zu Werke und unterstrichen die zeitlose Schönheit der Musik.

Mannigfaltigen Dialogen zwischen Violine und Oboe konnte man im ersten Satz des Trios c-Moll von Johann Friedrich Fasch lauschen. Ein fast schwebender Eindruck entstand bei den in die Länge gezogenen Tönen im Largo. Dazu bildete das bewegte Allegro-Finale ein musikalisches Gegengewicht.

Weiteres Glanzlicht: Carl Philipp Emanuel Bachs Trio F-Dur für Viola, Cello und Continuo mit betörend dunklen Schattierungen und fein zur Geltung gebrachter Melancholie im ersten Satz, die in den beiden Folgesätzen ausgleichendem Optimismus wich. Die Triosonate G-Dur BWV 1038 des Bach-Vaters schlug zum Schluss den Bogen zum Beginn zurück und rundete das hörenswerte Konzert ab. Für die beseelten Interpretationen spendeten die Besucher kräftigen Beifall.

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