16. November 2018, 22:13 Uhr

»Einrichtungen voll ausgelastet«

16. November 2018, 22:13 Uhr
Die Kindergärten in Fernwald platzen aus allen Nähten. In Albach will die Gemeinde das benachbarte Jugendzentrum umbauen und an die Kita angliedern. (Foto: est)

Fernwald (se). Zuerst die gute Nachricht: »Die Gemeinde Fernwald verfügt über konstante bis leicht steigende Geburtenzahlen«, berichtete Bürgermeister Stefan Bechthold (SPD) im Rahmen der Bürgerversammlung am Donnerstagabend im Bürgerhaus Annerod, doch das hat auch seine Schattenseiten, wie der Rathauschef weiter ausführte: »Kinderbetreuung stellt … die Kommunen aufgrund der Veränderung des Rechtsanspruches und gesellschaftlicher familiärer Strukturen vor immer größere Herausforderungen, die aufgrund des schnelllebigen Bedarfs immer schwieriger zu bedienen sein werden.«

 

Jugendzentrum soll genutzt werden

 

In diesem Zusammenhang wies Bechthold darauf hin, dass die »Kindertageseinrichtungen bezogen auf ihr Kinder- und Raumangebot voll ausgelastet« seien. Das bedeutet aber auch, Plätze in Betreuungseinrichtungen müssen schnell geschaffen werden. Und so schlug der Bürgermeister vor, die Räume des Jugendzentrums in Albach, die sich gleich neben dem Kindergarten befinden, umzubauen und künftig auch für die Kinderbetreuung zu nutzen.

Dass nach Einführung des Kinderförderungsgesetzes im Jahr 2013 die Kosten für die Kinderbetreuung angestiegen und gerade für die Kommunen mit nicht unerheblichen Mehrkosten verbunden sind, machte Bechthold anhand einiger Zahlen deutlich: In der Zeit von 2013 bis 2017 wurden 20 neue Stellen für die Kinderbetreuung geschaffen. »Mittlerweile umfasst der Erziehungsbereich etwa 50 Prozent der vorhandenen Stellen«, klagte Bechthold. So seien die Personalaufwendungen für den Sozial- und Erziehungsbereich im Verhältnis zum Gesamtaufwand von 34,61 Prozent (=1,29 Mio Euro) auf 44,67 Prozent (=2,45 Mio Euro) gestiegen. Der Deckungsgrad durch die Elternbeiträge lag vor fünf Jahren noch bei knapp 30 Prozent und beträgt derzeit knapp 14 Prozent.

Des Weiteren informierte der Bürgermeister in der von Dr. Robert Horn, dem Vorsitzenden der Gemeindevertretung, geleiteten Bürgerversammlung, an der rund 100 Einwohner teilnahmen, u. a. darüber, dass mit einem »enormen Einbruch an Gewerbesteuern« im kommenden Jahr zu rechnen sei, dass der Landkreis Gießen als Schulträger für die Sanierung der Grundschulen in Annerod und Steinbach sieben Millionen Euro zur Verfügung stellt, dass die Höhe der Wasser- und Abwassergebühren neu festgesetzt wird, dass ein neues Fahrzeug für die Feuerwehr in Steinbach angeschafft wurde, dass das Rathaus für Besucher barrierefrei gehalten wird, dass ein Projektierer damit beauftragt wurde, einen Nahversorger in Annerod anzusiedeln. Auf die Frage eines Bürgers nach dem Weiher in Annerod musste der Rathauschef einwenden, dass der Damm einem »Jahrhundertereignis« nicht gewachsen wäre. Das habe die zuständige Aufsichtsbehörde mitgeteilt. Die Sanierung des Damms würde rund 500 000 Euro kosten.

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