17. März 2017, 18:42 Uhr

Einnahmen sinken – Fixkosten bleiben

17. März 2017, 18:42 Uhr

Die Einwohnerzahl Laubachs ist zuletzt wieder über die 10 000er-Marke geklettert. Allerdings inklusive der Zweitwohnsitze, die für den auf Einnahmen bedachten Kämmerer eher zweitrangig sind. Gemäß Prognose der Landesstatistiker wird Laubach bis 2030 von jetzt gut 9600 auf 9300 Bürger mit Erstwohnsitz schrumpfen. Hinzukommt: Auch in der Ostkreiskommune wirkt der demografische Wandel, will sagen der »Durchschnitts-Laubacher« wird immer älter. Eine Folge: Der Wasserverbrauch sinkt, weil – um nur einen Grund zu nennen – ältere Menschen nur selten kleine Kinder und daher große Wäsche haben. Und weniger pubertierende Teenager mit erhöhter »Duschfrequenz«.

Der Verbrauch an Wasser – an dem sich bisher in Laubach die Abwassergebühr bemisst – sinkt bereits heute, doch die Kosten für Bereitstellung und Unterhaltung der Infrastruktur bleiben gleich. Um gegenzusteuern, erwägt jetzt auch die ehemalige Residenzstadt eine Grundgebühr.. Wie andere Kommunen: In Grünberg etwa beschloss man schon 2009 eine monatliche Gebühr von 3,25 Euro, senkte dafür den Wasserpreis von 1,80 auf 1,49/cbm.

Erläuterungen zu den Laubacher Plänen gab Finanzabteilungsleiter Karl-Heinz Weicker bei der jüngsten Bürgerversammlung. Wie er vorausschickte, gebe es in der Großgemeinde allein 80 Häuser mit einem Wasserverbrauch von null Litern; offensichtlich Leerstände. Überdies seien unter den 3400 Anschlüssen nicht weniger als 280, bei denen die Wasseruhr unterhalb von 20 cbm stehen bleibe. Der Durchschnittsverbrauch pro Person und Jahr in Laubach liegt laut Weicker aber bei 41,7 cbm; wobei in diese Rechnung auch Großverbraucher wie Unternehmen eingehen.

Der demografische Wandel bringe nun mal eine Abnahme der Einnahmen, die Ausgaben für die Infrastruktur – Leitungen, Kanäle, Kläranlagen etc. – aber blieben gleich, betonte Weicker aufs Neue. »Die Fixkosten betragen beim Wasser allein 80 Prozent, beim Abwasser sind es sogar 95 Prozent!«

Beim Wasser/Abwasser denkt man in Laubach an eine verbrauchsabhängige Staffelung. Wie die Gebühren aber am Ende gestaltet würden, das obliege der Politik. Als Beispiel nannte Weicker eine Gebühr von 60 Euro/Jahr bei gleichzeitiger Senkung des Wasserpreises von 2,10 auf 1 Euro. Bürgermeister Peter Klug sah in der Gebühr einen wenn auch kleinen Anreiz, Leerstände zu beheben. Die Pläne stießen im Publikum auch auf Kritik, mehrere Redner sahen eine Mehrbelastung für ohnehin nicht sehr betuchte Rentner oder Alleinerziehende. Die weitere Beratung bleibt also abzuwarten.

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