26. April 2019, 22:21 Uhr

Eine plastikfreie Zukunft?

26. April 2019, 22:21 Uhr
Aus Milchtüten basteln die Kinder Gitarren. Da man jedoch nicht jeden Tag eine neue Gitarre braucht, braucht es langfristig Alternativen zu den vielen Plastikverpackungen. (Foto: con)

»Wie können wir unsere Zukunft nachhaltig gestalten?« Diese Frage stellten sich in den Tagen nach Ostern Kinder und Jugendliche in Reiskirchen. In einem viertägigen Projekt der Jugendpflege ging es für zwölf Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren rund um das Thema »Unsere gemeinsame Zukunft«. Nachhaltigkeit, Recycling und die Auswirkungen von Alltäglichem auf das Klima wurden mit den Kindern behandelt.

»Wir haben darüber gesprochen, was die Umwelt kaputt macht und wie jeder etwas dagegen tun kann«, berichtet der neunjährige Janosch. Das fängt schon beim Frühstück an: Die Kinder berichten davon, welche Schäden durch Anbau, Ernte und Transport von Lebensmitteln, aber auch durch die Verpackungen aus dem Supermarkt und den Betrieb von Kühlschränken entstehen.

Das Gelernte wurde an jedem Tag beim gemeinsamen Einkauf eingesetzt: »Man muss sich dann beim Einkaufen entscheiden: Kauft man etwas in Plastik Verpacktes aus Deutschland oder etwas Unverpacktes aus Belgien, das hierher transportiert werden musste?«, erklärt der achtjährige Jakob das Dilemma. Die siebenjährige Hailey fügt hinzu: »Wir haben darauf geachtet, dass wir kein Plastik einkaufen und haben auch lieber Stofftaschen genommen.« Generell stand das Thema der Plastikverpackungen ganz oben auf der Themenliste der Woche.

Neben der grauen Theorie ging es viel nach draußen vor die Tür des Jugendraums der Gemeinde: Picknicken, Spielen und Ausflüge kamen super an. Am Mittwoch stand ein Ausflug direkt zu den Produzenten von Frühstück und anderem an: Es ging auf den »Sonnenhof« nach Großen-Buseck, wo die Kinder kräftig mit anpackten. Die Hühner, Kälbchen und Bienen wurden angeschaut und beim Treiben der Kühe auf die Weide wurde geholfen. Dass das für die meisten der jungen Teilnehmer das Highlight der Woche war, dürfte selbstverständlich sein.

Am Donnerstag hieß das Thema dann »Upcycling« – also was man noch aus dem vermeintlichen Müll von heute alles herausholen kann. Hier war selbst anpacken angesagt: Neben dem Recycling von Papier ging es ans Basteln und die Kinder bauten sich aus leeren Milchpackungen kleine Gitarren. Am Freitag wurde ein Blick in die mögliche Zukunft geworfen.

Reiskirchens Jugendpflegerin Stefanie Abendroth zeigte sich mit dem Engagement der jungen Teilnehmer sehr zufrieden: »Die Kinder haben dieses Mal alle ganz toll mitgemacht.« Vielleicht auch, weil sie ihre Zukunft interessiert.

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