22. November 2018, 22:21 Uhr

Ein toter Professor und viele Affären

22. November 2018, 22:21 Uhr
Gestalten nicht zum ersten Mal eine gemeinsame Lesung: Anne Spitzner und Hans Schneider. (Foto: siw)

Die Gemeindebücherei im Thal’schen Rathaus wurde nun zur Bühne für zwei Autoren. Ihre Namen: Anne Spitzner aus Buseck und Hermann Henn alias Dr. Hans Schneider aus Fernwald. Mit über 30 Gästen blieb in der Bücherei kein Stuhl mehr frei. Nach einer kurzen Plauderei zur Entstehung des Pseudonyms (Schneider: »Ich war früher immer Henn’s Hermann sein Jung, hatte keine eigene Identität«) und erklärenden Worten zur Titelfindung ging es direkt mit Kim Köhler und Rüdiger Bunsenberg auf Streife. Beide gehören dem freiwilligen Polizeidienst in Gießen an und versehen jeweils freitags ihren Dienst. Damit wäre der Buchtitel »Freitagsleichen« erklärt.

Doch wer glaubte, es handelt sich dabei um einen Krimi im klassischen Sinn, wurde eines Besseren belehrt. Schneider ist als Professor für Sozialwissenschaften in der Polizeiausbildung tätig und hat selbst von 2008 bis 2013 in insgesamt 855 Stunden Streifenerfahrung gesammelt. Seit 2010 schreibt er Kriminalromane. Fundiertes Fachwissen wird also garantiert, Fiktion vermischt sich mit Realität. Dennoch: »In »Freitagsleichen« ist nichts autobiografisch«, betonte Schneider. Weitere Folgen sind nicht ausgeschlossen.

Anne Spitzner hat bereits Jugend-Thriller, Fantasiegeschichten und Gedichte veröffentlicht. Sie las aus ihrem dritten Gießen-Krimi, der im Frühjahr nächsten Jahres auf die Ladentische kommen soll. Geschrieben hat sie diesen bereits 2009, als sie selbst noch Biologiestudentin war. Der Tatort: Der Uni-Campus Gießen. Das Opfer: Ein Professor der Uni, erschlagen mit einem dicken Lehrbuch. Darin vermerkt der Name eines Studenten. Doch wer schreibt schon seinen Namen auf ein Mordwerkzeug? Die Suche nach dem richtigen Täter beginnt.

Mit Buch erschlagen

Im Visier stehen die ehemaligen Partnerinnen des umtriebigen Professors: Ex-Ehefrau, lang- und kurzfristige Affären, meist mit Studentinnen, die sich von ihren sexuellen »Diensten« eine bessere Benotung erwartet hatten. Das weibliche Ermittler-Duo nimmt seine Arbeit und sich selbst nicht gar zu ernst. Das Buch kommt gewollt witzig und ironisch daher. »Gemeinsamkeiten mit noch lebenden Personen sind rein zufällig«, sagte Spitzner augenzwinkernd.

Die Autoren der kurzweiligen Lesung kennen sich schon länger. Sie haben Geschichten im »Mordshaus an der Lahn« veröffentlicht, sich bei Krimi-Festivals und einer Lesung vor zwei Jahren in der Gemeindebücherei in der Brandsburg in Alten-Buseck getroffen.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Büchereien
  • Das Selbst
  • Hans Schneider
  • Buseck
  • Siglinde Wagner
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben - Ihre Meinung zum Thema ist gefragt


Kommentare werden erst nach einer Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht. Bitte beachten Sie die Netiquette sowie die Hinweise nach dem Absenden Ihres Beitrags.


Überschrift
Meine Meinung





Sie haben noch kein Login? Jetzt kostenlos registrieren.

Registrieren Sie sich kostenlos um Ihren Kommentar abzuschließen:

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet werden und nicht ohne Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 4 + 1: 




Sie sind bereits registriert? Zurück zum Login.