22. Mai 2019, 22:27 Uhr

Ein besonderes Kleinod

22. Mai 2019, 22:27 Uhr
Eine Hausschlachtung, wie sie früher selbstverständlich war, findet heute kaum noch statt. Das Thema dominiert in der Ausstellung über die Metzgerzunft. (Foto: pm)

»Wie kommt das an?«: Als der Verkehrsverein 2008 das »Haus der Zünfte« eröffnete, hatte kaum jemand eine Vorstellung, wie sich das Ganze entwickeln würde. Wolfgang Richter als einer der wesentlichen Initiatoren hatte zahlreiche Exponate zusammengetragen. Unterstützt wurde er u.a. von Wolfgang Bark, Fritz Pfeffer, Mathilde Stiehl, Peter Walper und Dirk Bender. So entwickelte sich das »Haus der Zünfte« über die Jahre zu einem besonderen Kleinod, das mittlerweile von vielen Gästen aus nah und fern gerne besucht wird. In den letzten Jahren wurde eine Zunahme von individuellen Führungen verzeichnet.

Handwerk im Fokus

Mit Beginn des Jahres hatte es sich der Vorstand zur Aufgabe gemacht, die Ausstellungsschwerpunkte neu zu gestalten, die Räumlichkeiten zu renovieren und die Struktur der Ausstellung zu verbessern - auch mit dem Ziel, Kindergärten und Schulen eine Informationsplattform zu bieten. Pünktlich zum Beginn der neuen Saison sind die umfangreichen Maßnahmen abgeschlossen. Das ist insbesondere auch ein Verdienst von Karlheinz Philipp und dessen handwerklichen Fähigkeiten. Mit dem Start zum Himmelfahrtsmarkt (2. Juni) präsentiert sich das »Haus der Zünfte« heller, freundlicher und vor allem informativer. Zahlreiche Wandtafeln und Beschilderungen informieren nicht nur über die Geschichte des Hauses, sondern auch über die zünftigen Berufe und deren Handwerkszeug. Grünberg, im Mittelalter an der wichtigen Handelsstraße durch die »Kurzen Hessen« gelegen, verfügte schon im 14. Jahrhundert über zehn Zünfte. Herausragend war die Schuhmacherzunft, der zu guten Zeiten über 120 Handwerker angehörten. Aber auch die Bäcker- und Metzgerzunft sowie die Zunft der Weber und die daraus entstandene Textilindustrie begleiteten die Geschichte der Stadt Grünberg. Eine Hausschlachtung, wie sie früher fast selbstverständlich war, findet heute kaum noch statt, ist aber nunmehr Thema der Ausstellung über die Metzgerzunft. Der Bereich Zimmerer/Schreiner wurde durch die Tafeln aus der Fachwerkausstellung ergänzt, die der Freundeskreis Museum dem »Haus der Zünfte« überlassen hat und damit erneut die enge Zusammenarbeit der beiden Einrichtungen unterstreicht. Die Schmiede aus 1881, die zuletzt durch Christian Karl Weber bis 1967 betrieben wurde, ist nebst Maschinen im nahezu unveränderten Originalzustand erhalten. Ein neuer Raum ist mit der Zunft- und Gaststube »Zum Wella« entstanden, deren Namensgebung an Wolfgang Richter erinnert. Dort wird die Grünberger Historie rund ums Thema »Bier, Wein, Whisky« erläutert.

In der neuen Saison erstmals geöffnet ist das »Haus der Zünfte« am Sonntag, 2. Juni (Himmelfahrtsmarkt). Besichtigungen sind auch möglich am 9. Juni (Pfingstsonntag), 8. September (Tag des offenen Denkmals), 6. Oktober (Erntedankfest), 13./20. Oktober (Gallusmarkt) und am 8. Dezember (Weihnachtsmarkt) jeweils von 14 bis 17 Uhr.

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