14. Juni 2018, 22:07 Uhr

Ein Stück Zuhause

14. Juni 2018, 22:07 Uhr
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Von Harold Sekatsch
»Zu 101 Prozent« Gemeinschaftsarbeit sind die Werke der 3Steps. (Foto: se)

Die Ausstellungseröffnung zum 150. Zyklus im Rahmen der Reihe »Galerie im Rathaus Linden« war so gut besucht wie selten. Das lag aber nicht nur daran, dass mit der Vernissage am Mittwochabend ein Jubiläum gefeiert wurde, sondern auch an den Künstlern selbst. Die 3Steps hatten in Linden ein Heimspiel. Bei ihnen handelt es sich um das Künstlerkollektiv Kai H. und Uwe H. Krieger sowie Joachim Pitt. Die Zwillinge Kai H. und Uwe H. Krieger stammen direkt aus Linden, Joachim Pitt ist in Pohlheim-Hausen groß geworden. Alle drei Künstler sind im Jahr 1980 geboren. Sie haben zahlreiche gemeinsame Interessen und arbeiten auch gemeinsam (»zu 101 Prozent«) an ihren Werken und Projekten.

Die Zwillinge und Joachim Pitt kennen sich seit der »frühen Schulzeit« und sind auch freundschaftlich miteinander verbunden. »Das Kollektiv lebt und arbeitet in Gießen«, heißt es in der Vorstellung der 3Steps, ist zurzeit aber »obdachlos«, wie Kai H. Krieger in seiner Begrüßungsrede anmerkte. 40 Gemälde stellen die Künstler im Lindener Rathaus aus, bis zum 31. August haben Interessenten zu den Rathaus-Öffnungszeiten Gelegenheit, die Exponate zu begutachten.

Tullamore Dudes spielen auf

Die Ausstellung trägt den Titel »A Piece of Home«. Damit werden die Künstler, wie sie selbst mitteilen, »zu ihrem Ursprung und in die Stadt, in der einige ihrer ersten Werke entstanden sind«, zurückgebracht. Hergestellt wurden die Werke als Papiercollage, im Siebdruckverfahren, mit Sprühlack beziehungsweise Hartlack auf Holz. Dabei wird häufig ein Mischverfahren angewandt.

Die 3Steps, die in diesem Jahr ihr 20-jähriges Bestehen feiern, präsentieren neben neuen Werken auch eine »Retroperspektive«. »Diese gibt eine Übersicht über die Vielschichtigkeit des Portfolios und offenbart auch unbekannte Studioarbeiten«, teilen die Künstler mit, die sich eigenen Angaben zufolge in der aktuellen Schaffensphase dem Begriff »Ambivalenz« widmen und dabei der »Doppel- und Mehrdeutigkeit von Objekten, Sachverhalten und Personen« auf den Grund gehen.

»Die Werke sollen beim Betrachter neue Assoziationen hervorrufen, ihn alltägliche Dinge mit anderen Augen sehen lassen, um das Geschehene zu hinterfragen. Was ist Wirklichkeit, was ist Fiktion«, heißt es in einer Erklärung der drei Künstler. Das Portfolio enthält auch Arbeiten von Mural Art bis Street Art, auch Fotografien, Drucken, wobei die Arbeiten oft auch aus Collagen bestehen. Porträts werden ebenso ausgestellt wie andere Bilder. So zum Beispiel »Message in the Bottle« im Rahmen der Reihe »River Tales«.

Musikalisch umrahmt wurde die Vernissage am Mittwochabend mit Irish Folk, gespielt von der Gruppe Tullamore Dudes, die genau den Geschmack der zahlreichen Gäste traf und ihren Beitrag zu einer stilgerechten Ausstellungseröffnung leistete.

Über das große Interesse freute sich auch Bürgermeister Jörg König, der in seiner Begrüßungsrede ausdrücklich das Engagement des Ausstellungsleiters Hans-Ulrich Heymann hervorhob. Heymann wiederum ging umfassend auf die Geschichte von »Galerie im Rathaus« ein. Die Zyklen nahmen im März 1987 ihren Anfang und erleben mit der 150. Auflage 31 Jahre später einen weiteren ihrer zahlreichen Höhepunkte.



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