Kreis Gießen

Ein Stück Erinnerungsarbeit

Zum dritten Mal in vier Jahren kommt der Künstler Gunter Demnig nach Hungen, um dort 15 weitere Stolpersteine zur Erinnerung an die drei jüdischen Familien Katz, Stein und Oppenheimer zu verlegen. Die Gedenkveranstaltung findet am Mittwoch, 10. April, statt und beginnt um 10 Uhr auf dem Platz hinter dem Rathaus. Gäste sind herzlich willkommen. Organisiert wird die Veranstaltung abermals von der Arbeitsgruppe »Spurensuche«, die sich seit über 30 Jahren mit der jüdischen Geschichte in und um Hungen befasst und bereits mehrere Publikationen zu dem Thema herausgegeben hat (die GAZ berichtete).
02. April 2019, 22:06 Uhr
Redaktion

Zum dritten Mal in vier Jahren kommt der Künstler Gunter Demnig nach Hungen, um dort 15 weitere Stolpersteine zur Erinnerung an die drei jüdischen Familien Katz, Stein und Oppenheimer zu verlegen. Die Gedenkveranstaltung findet am Mittwoch, 10. April, statt und beginnt um 10 Uhr auf dem Platz hinter dem Rathaus. Gäste sind herzlich willkommen. Organisiert wird die Veranstaltung abermals von der Arbeitsgruppe »Spurensuche«, die sich seit über 30 Jahren mit der jüdischen Geschichte in und um Hungen befasst und bereits mehrere Publikationen zu dem Thema herausgegeben hat (die GAZ berichtete).

Bürgermeister Rainer Wengorsch wird ein Grußwort sprechen, Schüler der Gesamtschule Hungen gestalten die Veranstaltung musikalisch und mit einem szenischen Spiel. Im Anschluss wird Demnig vor den Häusern in der Kaiserstr. 5 (Familie Katz) und 9 (Familie Stein) sowie in der Gießener Str. 16 (Familie Oppenheimer) insgesamt 15 Stolpersteine in den Bürgersteig einlassen. Die Steine sind mit kleinen Messingtafeln versehen. Diese enthalten die wichtigsten biografischen Daten aller Familienmitglieder, die dort gewohnt haben. Die Stadt hat die Angehörigen der drei Familien zur Teilnahme an der Zeremonie eingeladen und erwartet Gäste aus Israel, Kanada und Südafrika.

Unterstützung willkommen

Die Arbeitsgruppe »Spurensuche« wurde 1988 gegründet und hat es sich zur Aufgabe gemacht, mehr Licht in die Geschichte der Hungener Juden zu bringen. Zunächst setzte sie sich für das Denkmal beim Jüdischen Friedhof, das 1990 errichtet wurde, und für die Nennung der Namen aller bekannten jüdischen Bürger der Großgemeinde Hungen ein. Im Laufe der Jahre hat die AG mehrere Publikationen herausgegeben. Darüber hinaus organisiert sie seit 1990 neben anderen Veranstaltungen zum Thema jährlich am Tag der Novemberpogrome (10. November) in Hungen eine Gedenkveranstaltung beim Denkmal am Jüdischen Friedhof. In den letzten Jahren gestaltete sie diese Gedenkveranstaltung gemeinsam mit der Stadt und der Gesamtschule Hungen. Seit 2009 wird auf Anregung der AG »Spurensuche« an der Gesamtschule ein Wahlpflichtunterricht zur jüdischen Geschichte angeboten.

Die AG »Spurensuche« freut sich, wenn aus der Bevölkerung wieder Spenden in beliebiger Höhe für die Stolpersteine eingehen. Die Stadt Hungen, deren Magistrat und Stadtverordnetenversammlung der Verlegung der Stolpersteine einstimmig zugestimmt haben, stellt Spendenbescheinigungen aus. Die Herstellung jedes Steins kostet 120 Euro. Spenden können auf das Konto der Stadtkasse überwiesen werden (Sparkasse Laubach-Hungen, IBAN: DE71 5135 2227 0001 0004 39, Stichwort »Stolpersteine«).

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/regional/kreisgiessen/Kreis-Giessen-Ein-Stueck-Erinnerungsarbeit;art457,572768

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