03. Dezember 2018, 22:15 Uhr

Ein Meisterwerk

03. Dezember 2018, 22:15 Uhr
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Von Doris Wirkner

Ein Konzertereignis: »...und plötzlich, aus der Finsternis heraus war sie da: die frohe Botschaft«. Während Regen statt Schnee fiel, läuteten am Sonntagnachmittag in der evangelischen Stadtkirche in Grünberg weihnachtliche Klänge stimmungsvoll den Advent ein. Musikverein 1842 und evangelische Kirchengemeinde, Projektchor und Orchester verwob Dekanatskantorin Ulrike Sgodda-Theiß zu einem rauschenden Klangteppich. Über »Weihnachtliche Verhältnisse« freute sich Dekan Norbert Heide im bis auf den letzten Platz gefüllten Gotteshaus. Mit der »Großen Weihnachtspartita« von Alfred Bösendorfer in elf Stationen wurden die Zuhörer auf die dunkle Jahreszeit eingestimmt. Mit festlichem Trompetenklang aus unzähligen Orgelpfeifen füllte Sgodda-Theis den Kirchenraum, bevor sie zum Taktstock griff, um den großen Projektchor und das Projektorchester erklingen zu lassen.

Eine akustische Weihnachtsgeschichte stand im Mittelpunkt des Adventskonzerts, das rund 120 Musiker aus Grünberg und der Umgebung gefühlvoll zu Gehör brachten. Mit der Sprache der Musik umrahmte der niederländische Komponist die Weihnachtsgeschichte. So verbinden sich bekannte und beliebte Melodien für Chor, Orchester und Solisten zu einer Reise nach Bethlehem. In der Rolle des Rezitators war Pfarrer i. R. Hartmut Miethe in seinem Element. Er nahm lesend die Besucher mit auf den Weg, dem Stern folgend. »...und aus der Finsternis heraus war sie da« und Flöten und Trompeten, Pauken und Stimmen trugen die frohe Botschaft in die Herzen.

»Lobt Gott, ihr Christen all« – ihre klare, reine Sopranstimme verknüpfte Sopranistin Fabienne Grüning mit Chor und Orchester zu einem harmonischen Klingen. Warm und voll fügte sich Tenor Arndt Roswag ein.

Einfühlsame Interpretationen

Mit ganzer Leidenschaft und voller Hoffnung erklang unter dem schwebenden Kreuz den rund 90 Kehlen »Fröhlich soll mein Herze springen«. Zart und wie von einer anderen Welt waren leise Flöte und Klarinette zu hören, bevor Holz- und Blechbläser einstimmten, um der Botschaft »Gott ist als Mensch geboren« Ausdruck zu verleihen: Nun ist das Kind geboren und wird erblühen wie eine Rose in der Wüste. »Wahr Mensch und wahrer Gott« heißt es im bekannten Weihnachtslied »Es ist ein Ros entsprungen«, in das die Musiker, geführt von Sgodda-Theis harmonisch zusammenfanden. Energisch und mitreißend im Marschtakt verbreitete sich die musikalische Aufforderung: »Nun singet und seid froh.« Dem Jubilieren gab der Chor mit ganzer Kraft eine Stimme.

Es war ein großes Projekt, das die Dekanatskantorin und Matthias Seim vom Grünberger Musikverein 1842 auf die Beine gestellt hatten. Unter ihrer Leitung haben sich Sänger aus Chören der evangelischen Kirchengemeinden und des Musikvereins 1842 zusammengefunden. Das Projektorchester unter dem Dirigat von Seim hat junge Nachwuchstalente aus der Theo-Koch Schule aufgenommen. Ihr eindrucksvolles Können stellten die Laienmusiker neben der Weihnachtspartita auch mit weiteren Stücken unter Beweis. Schwungvoll und dynamisch begeisterten sie ihr Publikum mit einem Marsch von Thomas Asanger, »O Sanktissima« von Markus Götz und »Jerusalem« von Sir Hubert Parry.

Zu den Klängen von »Tochter Zion« erklangen abschließend nicht nur Chor und Orchester, sondern auch das Publikum – eine perfekte vorweihnachtliche Stimmung. Regen und Kälte waren nun endgültig der Vorfreude gewichen. (dw/Fotos: dw)



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