14. Mai 2017, 19:28 Uhr

Erhard Thörner wird 80

Ein Leben für den Vogel- und Naturschutz

14. Mai 2017, 19:28 Uhr
E. Thörner

Die Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz hatte am Freitag zum Empfang anlässlich des 80. Geburtstages ihres Ehrenmitgliedes Erhard Thörner ins Hotel »Pfaffenhof« nach Eberstadt eingeladen. Über 100 Gäste füllten den großen Saal. Hier sei heute alles versammelt, was im Vogel- und Naturschutz in Mittelhessen Rang und Name habe, drückte es einer der Gratulanten aus. Erhard Thörner wurde 1937 in Langsdorf geboren. Im Alter von sieben Jahren verlor er seine Mutter. Er erlebte das Schulchaos der Nachkriegszeit und arbeitete hart in der kleinbäuerlichen Landwirtschaft, um sich das Fahrgeld zum Gymnasium in Gießen zu verdienen. Dort unterrichtete Dr. Ludwig Gebhardt, der Nestor der hessischen Ornithologie.

Thörner trat in seine Fußstapfen. Nach dem Abitur studierte er ab 1957 Zoologie, Botanik, Geographie und Geologie, begann 1966 seinen Schuldienst und unterrichtete ab 1975 als Oberstudienrat und Fachbereichsleiter an der Gesamtschule in Hungen. Er wohnte jetzt wieder in Langsdorf.

Europäischer Umweltpreis

Den Reigen der Gratulanten eröffnete Dr. Christiane Schmahl, die Bau- und Umweltdezernentin des Landkreises Gießen, die Erhard Thörner als bundesweiten Pionier des Naturschutzes skizzierte, und sein Engagement für den Schutz der Auen als Lebensraum und für den Hochwasserschutz sowie die Rekultivierung des Braunkohlebergbaus in der Wetterau hervorhob.

Letzteres habe dazu geführt, dass er 1988 für die Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) den Europäischen Umweltpreis erstmals nach Deutschland geholt habe. Im selben Jahr habe er für seine herausragenden Verdienste das Bundesverdienstkreuz bekommen. 2009 habe ihn Bundespräsident Horst Köhler anlässlich eines Empfangs mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Auch sein Einsatz für den Verbleib der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) auf kommunaler Ebene und seine langjährige Arbeit im Naturschutzbeirat des Landkreises verdienten Beachtung. Moderator Stephan Kannwischer brachte es auf den Punkt: Langjährige Weggefährten, Kollegen und Schüler seien gekommen, um jemandem Dank und Anerkennung auszusprechen, der sehr viel für den Naturschutz getan habe und immer noch vorne mit dabei sei. Thörner, das seien 60 Jahre Natur- und Vogelschutz.

Ein Mann, der nie verzagt

Thörners Engagement für den Naturschutz in der Region hob Alfred Görlach aus Holzheim besonders hervor und belegte mit vielen Details, was Thörner bewegte, um die Horlaufaue zu sichern, die Naturschutzgebiete im Landkreis zu errichten, den Weißstorch wieder heimisch zu machen oder Vogelschutzbeauftragte zu installieren. Er erinnere sich gerne an diese lehrreiche und fruchtbare Zeit. Eine Broschüre der HGON bezeichnet Thörner als den »denjenigen, der weiterwusste, wenn die Grenze erreicht schien, und ohne zu verzagen, jedes einzelne Projekt immer wieder vorantrieb.«

In seinem Schlusswort dankte Thörner allen sehr herzlich für eine lange konstruktive, sach- und fachbezogene gute Zusammenarbeit und ließ mehrere Jahrzehnte Arbeit für den Naturschutz vor den Augen der Gäste vorüberziehen. Dazu gehörte auch sein Einsatz, um die Zerstörung der Salzwiesen bei Münzenberg durch den Bau einer Freizeitanlage zu verhindern und sein Kampf gegen ein riesiges Energieversorgungsunternehmen, um den Unteren Knappensee ausschließlich für den Naturschutz zu gewinnen. (Foto: kjg)

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