27. Februar 2019, 22:17 Uhr

Ehrenamtliche Ansprechpartner für alle

27. Februar 2019, 22:17 Uhr

In der Sitzung des Ausländerbeirates wurden die Familienzusammenführung, die Entwicklung der in Linden lebenden Flüchtlinge und die Lage in der Anne-Frank-Schule behandelt. Helge Krista von der Ausländerbehörde informierte zur Familienzusammenführung. Es sei zwischen Flüchtlingen beziehungsweise Asylberechtigten und subsidiär Schutzberechtigten zu unterscheiden, sagte Krista. Während Personen mit Asylberechtigung einen Anspruch auf einen fristwahrenden Antrag zur Familienzusammenführung haben, sei dies bei subsidiär Schutzberechtigten nicht der Fall. Hier muss die Dringlichkeit eines Antrages durch die Ausländerbehörde geklärt werden. Probleme, mit denen die Ausländerbehörde konfrontiert ist, sind die Identitätsklärung einiger Personen sowie der Nachweis von Familienverbindungen.

Martina Stöhr von der Generationenbrücke berichtete über die aktuelle Entwicklung. Die Generationenbrücke habe 35 ehrenamtliche Mitarbeiter, die sich in fünf verschiedenen Bereichen um die Integration von Flüchtlingen bemühen. Es gibt eine Kleiderkammer, eine Fahrradwerkstatt, mehrmals wöchentlich stattfindende Deutschkurse, ein Angebot im Erlebnispark sowie einen Info-Point für allgemeine Fragen. Positiv bewertete Stöhr die gute Zusammenarbeit mit dem Jobcenter. Auch habe mittlerweile jede Flüchtlingsfamilie in Linden einen Ansprechpartner, auch das Ausfüllen der diversen Formulare sei kein Problem mehr.

Teilintegrierung klappt

Nicht gut sei, dass viele junge Menschen, die nach Deutschland gekommen sind, zwar gerne hier arbeiten möchten, dies aber aufgrund von laufenden Verfahren nicht möglich sei. Auch habe man in Linden mit Drogenproblematik zu kämpfen, sei aber bemüht, darüber Herr zu werden.

Uta Schmidt-Frenzl berichtete über die Lage in der Anne-Frank-Schule. Bei den aktuell 39 Kindern unterschiedlichen Alters, die in zwei Intensivklassen unterrichtet werden, gebe es für die Lehrkräfte einige Herausforderungen zu bewältigen. So haben die Kinder häufig große Leistungsunterschiede. Die Regelung, dass die Kinder nur bis 16 Jahre an der Schule aufgenommen werden dürfen und auch nur zwei Jahre in Intensivklassen bleiben sollen, wird zu einer enormen Herausforderung. Manche Kinder sind Analphabeten oder haben noch nie eine Schule besucht. Die Lehrkräfte der Anne-Frank-Schule haben ein eigenes Curriculum erstellt, um einen geregelten Lehrplan für die Intensivklassen zu haben. Dieser enthält neben fünf Stunden Deutschunterricht täglich auch Unterricht in Kunst, Sport und Arbeitslehre. Um den Wechsel in Regelklassen zu erleichtern, probiere man das Konzept einer Teilintegrierung. Das meint, dass Kinder aus Intensivklassen je nach ihren sprachlichen Stärken manche Unterrichtsfächer bereits in Regelklassen besuchen. Die Integration auf dem Schulhof sei mittlerweile, nach anfänglichen Schwierigkeiten, keine große Belastung mehr, sodass man hier einen Fortschritt erkennen könne.

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