03. Mai 2018, 05:00 Uhr

Beißattacke

Dreijährige auf dem Nachhauseweg von Jagdhund gebissen

Innerhalb weniger Wochen hat es in Pohlheim zwei Angriffe von Hunden auf Menschen gegeben. Das jüngste Opfer ist drei Jahre alt. Bürgermeister Schöffmann ruft die Bevölkerung dazu auf, die Vorfälle zu melden.
03. Mai 2018, 05:00 Uhr
Des einen Freund, des anderen Feind: Angriffe von Hunden auf Menschen häufen sich. In Pohlheim ist es die zweite Attacke in wenigen Wochen. (Symbolbild: Fotolia/DoraZett)

In Pohlheim gab es innerhalb weniger Wochen eine erneute Beißattacke eines Hundes. Diesmal wurde ein dreijähriges Kind in der Schumannstraße im Stadtteil Watzenborn-Steinberg an Fuß und Schulter von einem Jagdhund der Rasse »Bracke« gebissen. Die dort lebende Großmutter des kleinen Mädchens, Ingeborg Schmidt, ist entsetzt, denn der Überfall des Hundes ereignete sich auf dem Rückweg vom nahe gelegenen Spielplatz. Dort war sie mit der Enkelin zum Spielen gewesen. Sie mag sich gar nicht ausdenken, was alles hätte passieren können und hat jetzt Sorge, dass auch andere Kinder von diesem Hund angefallen werden. Das Kind ist mit leichten Verletzungen in Behandlung. Einen generellen Leinenzwang für Hunde gibt es, wie in anderen umliegenden Kommunen, nicht. Das bestätigte das Ordnungsamt.


Schon Mitte April war es zu einem ähnlichen schweren Vorfall gekommen, damals mit einem Staffordshire Terrier, der eine erwachsene Watzenborn-Steinbergerin mit ihrem kleinen Hund anfiel. Ein solcher Rassehund hatte in Hannover jüngst seinen beiden Besitzer getötet und entsetzten in der Bevölkerung ausgelöst. Der Terrier als auch der Jagdhund waren ihren Haltern ausgerückt. Zahlreiche Hämatome waren damals wie aktuell das Ergebnis. Der kleine Hund erlitt tiefe Bisswunden. Beide Attacken kamen für die Opfer ohne Vorwarnung. Damals verordnete das Ordnungsamt eine Maulkorb-Verfügung an den Besitzer für den bereits früher auffällig gewordenen Kampfhund. Das Opfer der Attacke leide heute noch unter dem Vorfall, hat Angst vor die Tür zu gehen.

 

Hasen totgebissen

Vorfälle mit freilaufenden Hunden sind immer wieder in der Gemarkung zu vermelden. Vor einigen Monaten jagten zwei nicht angeleinte Hunde einen Hasen. Die Rufe der Besitzerin nützten nichts, da die Hunde vom Jagdinstinkt getrieben, den Hasen hetzten und am Ende in einem Graben zu Tode bissen. Ein von einem Hund gerissenes Reh vor zwei Jahren war ein weiteres Ergebnis, dass es gar durch den zufällig hinzu gekommenen Jäger bis vor den Richter schaffte. Strafen mit Geldbuße, Schadenersatz und Zwangsmaßnahmen für den Halter folgten. Beobachtet werden auch freilaufend große Hundemeuten von bis zu 20 Tieren. »Gassi gehen« im großen Verbund der Halter, wie im Dreieck zwischen Hausen, Steinbach und Garbenteich wurde beobachtet. Eine damalige telefonische Nachfrage bei der Stadt ergab, dass dies vollkommen legal ist. Reh, Hase und arglose Wanderer dürften diese entspannte Haltung zu solchen Beobachtungen nicht teilen.

 

Leinenzwang rechtlich kaum möglich

Einen generellen Leinenzwang durchzusetzen, ist in der Stadt rechtlich kaum möglich, unterstreicht Bürgermeister Udo Schöffmann. In Lich wurde es zwar versucht, aber von Gerichten verworfen. Leinen- und Maulkorbzwang werde bei entsprechenden Verhalten der Tiere verordnet, gelte aber nur, wenn sich die Hunde außerhalb von Haus und Hof mit ihrem Halter bewegen. In beiden aktuellen Fällen waren die Hunde entlaufen. Allerdings hätten die Halter für eine sichere, für die Allgemeinheit ungefährliche Unterbringung ihrer Tiere sorgen müssen.

Was bei den einen als tierisches Familienmitglied für soziale Wärme sorgt, löst bei anderen Zeitgenossen mehr und mehr Angstzustände aus. Verantwortung für ihre Tiere tragen alleine letztlich die Halter. Die Kosten nach diesen Beißattacken sind für sie auf jeden Fall erheblich, wenn sie nicht versichert sind. Renten- und Sozialkassen klagen im Regelfall ihre hohen Kosten bei den Haltern ein, privatrechtliche Ansprüche nicht eingerechnet und von den seelischen und körperlichen Folgen für die Betroffenen ganz abgesehen.

Um solche Vorkommnisse mit auffälligen Hunden lückenlos zu dokumentieren und damit zukünftig weitgehend zu verhindern, bittet der Bürgermeister die Bürger, sich in jedem einzelnen Fall beim Ordnungsamt der Stadt Pohlheim zu melden. Nur dann könnten die Mitarbeiter aktiv werden und auf die Halter mit den entsprechenden rechtlichen Möglichkeiten einwirken.

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