Kreis Gießen

Döring: Feldwegesatzung taugt nichts

Ein wildschadenfreies Jahr meldet die Jagdgenossenschaft Bersrod. Jagdvorsteher Klaus Döring erklärte auf der Hauptversammlung, dass dies aber auch durch einvernehmliche Absprachen zwischen Jagdpächtern und Landwirten möglich wurde.
25. April 2019, 22:21 Uhr
Redaktion
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Kloos

Ein wildschadenfreies Jahr meldet die Jagdgenossenschaft Bersrod. Jagdvorsteher Klaus Döring erklärte auf der Hauptversammlung, dass dies aber auch durch einvernehmliche Absprachen zwischen Jagdpächtern und Landwirten möglich wurde.

Unverändert ist die Situation bei den Feld- und Waldwegen, sagte Döring: Wegeverschmutzung, Beschädigungen der Wege und Randstreifen sowie das Verschwinden ganzer Wegabschnitte werden nicht geahndet. Es zeige sich, dass die vor einigen Jahren eingeführte Feldwegesatzung weder handhabbare Kontrollverfahren noch Möglichkeiten der Sanktionierung bereithalte. Die Regelungen seien gänzlich untauglich.

Der sich jährlich wiederholende Appell an die Hundebesitzer blieb nicht aus: Die oft herumstreunenden Hunde verunsicherten das ganze Revier. Einen besonderen Dank richtete Klaus Döring an Wilhelm Koch, der den Jagdvorstand und die Jagdpächter immer wieder uneigennützig tatkräftig unterstützt.

Jagdpächter Ottmar Lindenstruth setzte sich kritisch mit dem Maisanbau auseinander. Es sei kaum noch möglich, in den Waldgebieten zu jagen. Die Situation sei nicht mehr beherrschbar. Es sei zudem kritisch zu betrachten, dass der angebaute Mais nicht mehr originär landwirtschaftlichen Zwecken zugeführt werde. Er werde ausschließlich über einen externen Lohndienstleister an eine Biogasanlage verkauft.

Auf die erlegte Strecke eingehend berichtete Lindenstruth von sieben Stück Schwarzwild, 21 Rehwild (fünf weitere verunfallt), sechs Füchse (einer verunfallt), acht Waschbären (einer verunfallt), drei Steinmarder (alle verunfallt), vier Dachse, zwei Stockenten, fünf Rabenkrähen sowie sieben Elstern. Äußerst kritisch sieht Lindenstruth die Pläne, dass in der Region bis zu zehn Windkraftanlagen errichtet werden sollen, unter Umständen zwei bis drei im Jagdgebiet. Es würden 25 Hektar Wald abgeholzt werden, bedroht seien Rot-Milan und Schwarzstorch.

Rechner Walter Kloos erstattete den Kassenbericht. Jagdvorsteher Döring wurde in seinem Amt bestätigt. Neuer stellvertretender Jagdvorsteher wurde der bisherige Schriftführer Eric Gerhard. Jürgen Otto ist Kassenwart und Stefan Böck wurde zum Schriftführer gewählt. Als Beisitzer gehören Helmut Hainbach, Günther Hofmann, Wilhelm Koch, Wilhelm Rattler und Richard Spaar dem erweiterten Vorstand an.

Walter Kloos, der mehrere Jahrzehnte dem Jagdvorstand angehörte, darunter 28 Jahre als Kassenwart, wurde von Jagdvorsteher mit einem Präsent verabschiedet. Döring würdigte das Engagement von Kloos. (Foto: la)

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/regional/kreisgiessen/Kreis-Giessen-Doering-Feldwegesatzung-taugt-nichts;art457,581941

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