05. März 2018, 10:00 Uhr

Statistik

Dienstleistungssektor boomt auch im Landkreis

Drei von vier Beschäftigten im Landkreis Gießen arbeiten im Bereich der Dienstleistungen, zum Beispiel im Gesundheits- oder Freizeitsektor. Dafür gibt es mehrere Gründe.
05. März 2018, 10:00 Uhr
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Aus der Redaktion
Auch durch die zunehmende Digitalisierung der Wirtschaft boomt die Dienstleistungsbranche, im Kreis Gießen wie bundesweit. (Symbolfoto: dpa)

Die Zeiten, als die meisten Arbeitnehmer auf Feldern, in Ställen oder in Produktionshallen ihr Brot verdient haben, sind längst vorbei. Heute sind auch im Landkreis Gießen vor allem Service und Problemlösung gefragt. Dies belegen nun veröffentlichte amtliche Daten.

Der Dienstleistungssektor boomt – von der Unternehmensberatung über die Verwaltung, Erziehung, Gesundheit und Pflege bis hin zu Reinigungs- und Bügeldiensten für Privathaushalte. Im Kreis Gießen sind 105 800 von insgesamt 134 600 Erwerbstätigen (im Jahresdurchschnitt 2015) im Dienstleistungsbereich tätig. Das ist ein Anteil von 78,6 Prozent, also gut drei von vier Beschäftigten.

 

Innovation und Fortschritt

 

Die deutsche Volkswirtschaft befindet sich im Wandel: Innovation und Fortschritt, die Steigerung der Arbeitsproduktivität, die Digitalisierung und die zunehmende Globalisierung verändern die Strukturen auf dem Arbeitsmarkt. Vor einem halben Jahrhundert dominierte der industrielle Sektor die Wirtschaftsleistung, heute trägt der Dienstleistungsbereich am meisten zum Bruttosozialprodukt bei.

Hinzu kommt, dass auch Verbraucher immer mehr Geld für Dienstleistungen ausgeben. Das gilt für Freizeitangebote ebenso wie für Anlageberater, Reparaturen oder Gesundheitsdienste.

 

Von Handel bis Erziehung

 

Im Jahresdurchschnitt 2015 gab es im Kreis Gießen laut amtlicher Statistik 134 600 Erwerbstätige. Zieht man Selbstständige und mithelfende Familienangehörige von dieser Zahl ab, so bleiben 122 200 Arbeitnehmer, also Arbeiter, Angestellte, Beamte und geringfügig Beschäftigte.

Bezogen auf alle Erwerbstätigen arbeiteten 105 800 Menschen (78,6 Prozent) in Dienstleistungsbranchen, also beispielsweise in der Verwaltung, im Handel oder Gastgewerbe, bei Versicherungen, Finanzinstituten, Unternehmensberatungen und Reinigungsfirmen, als Masseurin, Friseurin oder therapeutische Dienstleisterin.

Weitere 900 Männer und Frauen waren in der Land- und Forstwirtschaft tätig und 27 800 in produzierenden Bereichen, darunter 21 300 in Industrie- und Handwerksbetrieben sowie 6500 im Baugewerbe.

 

Zahl der Erwerbstätigen steigt

 

Zoomt man auf die im Dienstleistungssektor Beschäftigten im Landkreis, setzt sich deren Summe folgendermaßen zusammen: 34 900 Menschen sind im Bereich »Handel, Verkehr, Gastgewerbe« oder in der Branche »Information und Kommunikation« tätig.

Weitere 19 900 Männer und Frauen arbeiten in der Sparte »Finanz-, Versicherungs- und unternehmensorientierte Dienstleistungen« beziehungsweise im »Grundstücks- und Wohnungswesen«. Weitere 5 000 Beschäftigte arbeiten im Bereich »öffentliche und sonstige Dienstleistungen«, »Erziehung« oder »Gesundheit«.

Für den Kreis Gießen verzeichnet die Statistik für den Zeitraum 2000 bis 2015 ein Plus von 9100 Erwerbstätigen. Dabei verlor die hiesige Land- und Forstwirtschaft rund 400 Mitarbeiter, die Industrie verlor 100 und der gesamte Dienstleistungsbereich wuchs unterm Strich um 9500 Mitarbeiter.

 

Immer weniger in der Land- und Forstwirtschaft

 

Während die Zahl der Erwerbstätigen im Landkreis angestiegen ist, hat sich die Bevölkerung verringert: zwischen 2010 und 2015 um rund 1000 auf 254 000.

Der Anteil der Menschen im arbeitsfähigen Alter zwischen 20 und 65 Jahren an der Kreis-Gesamtbevölkerung lag in diesem Zeitraum bei 63 Prozent, wie Berechnungen der Hessen Agentur zeigen. Das entspricht dem Wert von 2009.

Wie deutlich der Strukturwandel im Zeitraum 2000 bis 2015 ausfiel, zeigen Bundesdaten: Deutschlandweit hat sich seit 2000 die Gesamtzahl der Erwerbstätigen um rund 3,6 Millionen erhöht.

Dabei schrumpfte in diesen knapp anderthalb Jahrzehnten die Zahl der Beschäftigten in der Land- und Forstwirtschaft um 117 000 und im produzierenden Gewerbe um knapp 790 000. Dagegen stieg die Erwerbstätigenzahl im Dienstleistungsbereich um 4,6 Millionen an.



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