23. Dezember 2018, 19:17 Uhr

Vortrag über Illustrationstechniken

Die Weihnachtskrippe in Holz und Kupfer

23. Dezember 2018, 19:17 Uhr

Regelmäßig lädt Pfarrer i. R. Hartmut Miethe zu seiner Veranstaltungsreihe »Man(n) trifft sich« in die Evangelische Stadtkirche ein. Für den letzten Termin in diesem Jahr hatte er als Referenten Heinrich Rumpf (Buseck) gewonnen, der über das Thema »Weihnachtsmotive in alten Bibeln« kenntnisreich und unterhaltsam erzählte und einige alte Bibeln als Anschauungsmaterial mitgebracht hatte.

»Mein lieber Freund und Kupferstecher«, so soll Friedrich Rückert (1788 – 1866) seinen Freund Carl Barth (1787 – 1853) im Brief angeredet haben. Dabei spielte er darauf an, dass Barth neben seinem Beruf als Goldschmied auch Illustrationen in Kupferstich anfertigte. Das Bedürfnis, Bücher und hier vor allem Bibeln durch Bilder auszugestalten, bewegte schon früh die Schreiber in Klöstern. Sie schmückten vor allem die Initialen mit kleinen, farbigen Zeichnungen, so genannten Miniaturen, und betonten besondere Ereignisse der biblischen Bücher durch ganzseitige Illustrationen.

Hierzu gehören insbesondere die in den Evangelien berichteten Ereignisse und vor allem die Geburt Jesu im Stall von Bethlehem. Bis heute hat dieses Motiv seinen festen Platz in der Weihnachtszeit in den Kirchen, den Schaufenstern, auf Weihnachtsmärkten und Postkarten.

Die Erfindung des Holzschnittes, die um 1400 in Süddeutschland gelang, erlaubte es in Verbindung mit der Druckerpresse, identische Abdrucke einer Zeichnung in hoher Stückzahl und nahezu gleichbleibender Qualität herzustellen.

Der Wunsch, durch feinere Strichführung detailreichere Bilder zu erhalten, brachte um die Mitte des 15. Jahrhunderts eine neue Technik hervor. Im Gegensatz zum Holzschnitt, bei dem die zu druckenden Teile erhaben stehen bleiben, wird beim Kupferstich die Zeichnung in eine glatt gewalzte Kupferplatte mit einem Stahlstichel eingegraben. Die Druckfarbe wird nun in die eingetieften Linien eingerieben und nach Abwischen der Platte diese auf angefeuchtetes Papier abgedruckt. Das feuchte Papier zieht die Farbe aus den Rillen heraus. Diese Technik liefert feinere Linien und Schraffuren, als es beim Holzschnitt möglich ist. Doch auch damals gab es Menschen, die sich das geistige Eigentum anderer zu eigen machten. Sie legten den Kupferstich aus einer Bibel auf eine Kupferplatte, pausten durch und erhielten eine seitenverkehrte Abbildung der ursprünglichen Zeichnung; sie hatten »abgekupfert«.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Friedrich Rückert
  • Holz
  • Holzschnitte
  • Illustrationen
  • Jesus Christus
  • Kupfer
  • Kupferstiche
  • Pfarrer und Pastoren
  • Termine
  • Veranstaltungsreihen
  • Vorträge
  • Weihnachtskrippen
  • Grünberg
  • der Redaktion
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos