20. März 2017, 20:20 Uhr

Die Tücken der Schaufensterkrankheit

20. März 2017, 20:20 Uhr
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Von Volker Heller

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind eine der Haupttodesursachen weltweit. Wie sie in Zusammenhang mit Arterienverkalkung (Arteriosklerose) stehen, das erklärte Dr. Ulrich Faber in der Reihe »Rabenauer Gesundheitsforum«. Faber ist Facharzt für Innere Medizin, Angiologie (Gefäßerkrankungen) und Sportmedizin in Gießen. Er betreut die Basketballprofis der Gießen 46ers. Das Thema fand eine Vielzahl Zuhörer. Dem Arzt gelang der goldene Mittelweg zwischen medizinischer Information und lockerem Vortrag.

Über die Bedeutung von Arterien gebe es neuere Erkenntnisse. Insbesondere würden heutzutage mehrere Krankheitsbilder auf ihre Wechselwirkung hin betrachtet. Wenn die Arterie durch Ablagerung an den Wänden verengt ist, führt das zu Durchblutungsstörungen in Menge und Rhythmus. Faber erwähnte ausdrücklich die sogenannte Schaufensterkrankheit, eine Durchblutungsstörung in den Beinen, die außer Beinschmerz beim Gehen auch ein Auslöser für Schlaganfall und Herzinfarkt sein könne, mindestens diese begünstige. Jeder vierte bis fünfte Patient mit Arteriosklerose leide an ihr, eine Dunkelziffer komme hinzu.

Ob die Blutzirkulation in Ordnung sei, könne am besten und einfachsten an der Bauchaorta (mit Stethoskop) oder als Blutdruckmessung am Bein ermittelt werden. Diese Verfahren kosteten wenig Zeit und Geld und würden dennoch fast nie angewandt. Das Stethoskop als solches komme offensichtlich aus der Mode, bedauerte Faber.

Vorbeugend gegen Arterienverkalkung wirkt der Verzicht auf Nikotin, regelmäßige Bewegung und gewichtsbewusste Ernährung. Krankheiten, die verstärkend wirken, sind Diabetes, Bluthochdruck und Fettstoffwechselstörungen (hierüber streiten die Experten).

Wer diesen und andere Vorträge von Faber nachlesen möchte, sie stehen im Internet auf www.angiologie-giessen.de . (Foto: vh)



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