09. Oktober 2018, 05:00 Uhr

Kuriose Hochzeit

Deshalb trug eine ganze Hochzeitsgesellschaft in Niederkleen Bauhelm

Unter ungewöhnlichen Umständen fand eine kirchliche Trauung in Niederkleen statt. Das dortige Gotteshaus ist eingerüstet – für Braut und Bräutigam kein Hindernis für einen einzigartigen Tag.
09. Oktober 2018, 05:00 Uhr
Besondere Umstände erfordern besondere Kopfbedeckungen: Attila Pedru und Melanie Haub haben ihre Hochzeitsgesellschaft – inklusive Pfarrer Reiner Wagner und der Blumenkinder – mit Bauhelmen ausgestattet. (Foto: se)

Ein Bund fürs Leben wurde unter ungewöhnlichen Umständen geschlossen. Nachdem sich Attila Pedru und Melanie geb. Haub bereits im Juni vor dem Standesamt das Jawort gegeben hatten, folgte am vergangenen Samstag in Niederkleen die kirchliche Trauung. Das ist an und für sich nichts Ungewöhnliches – sieht man davon ab, dass es für die beiden Brautleute und deren Angehörige ein Tag ist, den sie ihr Leben lang nicht vergessen werden. Für die Pedrus gilt das nun in besonderem Maße.

 

Putztrupp in Aktion

Ursprünglich sollte die Außenrenovierung der Kirche in Niederkleen Ende September abgeschlossen sein. Doch dann hatten sich die Arbeiten verzögert. So schlug Pfarrer Reiner Wagner dem Brautpaar vor, die Trauung in die Dornholzhäuser Kirche zu verlegen. Das war nicht ganz im Sinne der Brautleute, und nach einer Ortsbesichtigung stellte die Braut fest: »Ich heirate auch in einer Kirche, die eingerüstet ist. Für den Innenraum werden wir einen Putztrupp organisieren«. Damit nicht genug. Auf die Orgel (sie war wegen der Baumaßnahmen »eingepackt«) konnten die Eheleute verzichten, denn: »Wir haben einen Gospelchor und einen Pfarrer mit Gitarre.«

Punktum: Die Trauung fand in der Gerüstkirche statt, das Brautpaar machte aus der Not eine Tugend. Bei der Entwicklung der Gestaltungsideen für die Hochzeit kam der Vorschlag, die Festgesellschaft nach der kirchlichen Trauung vor der eingerüsteten Kirche aufzustellen, wobei jeder einen Helm zu tragen hat. So wurde aus dem Bau- ein Trauhelm.

 

Farbenfrohes Hochzeitsbild

Attila Pedru, ein gebürtiger Wiener, besorgte die Helme in ausreichender Zahl, Ehefrau Melanie versah diese mit der entsprechenden Aufschrift, und die ersten Schritte in eine gemeinsame Zukunft konnten beide mit einem besonderen Schutz versehen. Auch die Blumenkinder und alle anderen Hochzeitsgäste erhielten einen Helm und freuten sich, auf diese Weise ihren Beitrag zu einem ungewöhnlichen Hochzeitsbild zu leisten.

Die Braut stammt aus Oberkleen und ist als Marketingleiterin tätig, der Ehemann ist selbstständig und hat sich inzwischen in Mittelhessen niedergelassen. Die Trauung nahm Pfarrer Reiner Wagner vor, der den Gesang der Gemeinde mit der Gitarre begleitete. An der musikalischen Gestaltung des Gottesdienstes wirkte auch der Gospelchor »Shout for joy« mit. Der Trauspruch ist dem 1. Brief des Paulus an die Korinther, 13. Kapitel (Hohelied der Liebe), entnommen.

 

Internationale Festgesellschaft

Im Faltblatt zum Traugottesdienst war der Trauspruch in Deutsch, Englisch, Schwedisch und Ungarisch abgedruckt, denn die Zeremonie wurde unter Beteiligung internationaler Gäste vorgenommen. Nach der Trauung und dem Erstellen des Gruppenbildes mit Helm machten sich das Brautpaar und die Hochzeitsgäste – darunter die Verwandten des Bräutigams aus Österreich und Ungarn, Freunde aus England sowie die Angehörigen der Braut aus Niederkleen und Umgebung – auf den Weg zum Butzbacher Schloss. Dort wurde das Ereignis gebührend gefeiert. Diesmal aber ohne Trauhelm.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Brautpaare
  • Bräute
  • Bräutigam
  • Hochzeitsbilder
  • Hochzeitsgesellschaften
  • Kirchliche Trauung
  • Langgöns-Niederkleen
  • Pfarrer und Pastoren
  • Weitere Hochzeitsausdrücke
  • Langgöns
  • Harold Sekatsch
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos