02. Mai 2018, 22:22 Uhr

Der liberale Herausforderer

02. Mai 2018, 22:22 Uhr
Klaus Doll

Das hat schon was: Direkt gegen Volker Bouffier und Thorsten-Schäfer-Gümbel anzutreten. Klaus Doll aus Lich tut dies am 28. Oktober, bewirbt sich im Wahlkreis des Ministerpräsidenten und des SPD-Landeschefs um das Direktmandat in Wiesbadener Landtag. Der 65 Jahre alte Licher ist Direktkandidat der FDP im Wahlkreis 19/Gießen II. Am gestrigen Mittwochabend wurde er in Lich einstimmig als Kandidat gekürt, sein Stellvertreter ist Fabian Schäfer, Fraktionsvorsitzender der FDP in der Pohlheimer Stadtverordnetenversammlung.

Doll ist Professor für Veterinärmedizin in Gießen und leitet die Klinik für Wiederkäuer an der Justus-Liebig-Universität. Er engagiert sich in Lich als Schatzmeister des FDP-Stadtverbandes sowie als Stadtrat. Dort folgte er im Mai 2017 auf den verstorbenen Franz-Gerd Richarz.

Dass es etwas wird mit dem direkt gezogenen Sitz im Landtag, dürfte eher weniger wahrscheinlich sein, angesichts der prominenten Mitbewerber im Wahlkreis, weiß auch der FDP-Kreisvorsitzende Dennis Pucher. Und ein Platz 29 auf der FDP-Landesliste spricht ebenfalls nicht unbedingt für ein Ticket nach Wiesbaden. Doch was motiviert den Licher Liberalen?

Er sei vor fünf Jahren in die FDP eingetreten, nicht wegen kommunalpolitischer oder landespolitischer Ambitionen, sondern vielmehr aus Sorge um die Situation der Hochschulen. Und die habe er unverändert, sagte Dr. Doll im Gasthaus Schneider am gestrigen Abend vor den FDP-Mitgliedern. Und verweist auf eine deutlich gestiegene Zahl von Studenten in Hessen – wobei die Strukturen dort nicht mitgewachsen seien. Denn die Hessischen Hochschulen seien chronisch unterfinanziert. Weitere Themenschwerpunkte, die der Licher Liberale angerissen hat: Kritik an der kommenden Freistellung der Familien von den Gebühren für die Kindertagesstätten, da dies die Kommunen teils finanziell überfordere und nicht darauf abziele, eine bestmögliche Betreuung mitsamt dazugehörender Förderung der Kinder sicherzustellen, sowie die Umwelt- und Klimapolitik und die Situation der Landwirtschaft. Gerade die liegt Doll, nicht nur aufgrund seiner Profession, sondern auch ob seiner Herkunft (ein Bauernhof im Kraichgau in Nordbaden) am Herzen.

Mit Manuela Giorgis, der vor wenigen Wochen nominierten Kandidatin im Wahlkreis Gießen I, verabredete Doll einen gemeinsamen engagierten Wahlkampf: »Wir geben unser Bestes!«

Die weiteren Kandidaten im Wahlkreis 19 sind neben Volker Bouffier (CDU) und Thorsten Schäfer-Gümbel (SPD) Christian Zuckermann für die Grünen sowie Nikolaus Pethö (AfD).

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