29. November 2018, 22:17 Uhr

Der Samstag, der ein Sonntag war

29. November 2018, 22:17 Uhr

Die rechte Hand zur Begrüßung ausgestreckt, in der linken ein heißer Glühwein: Ein Anblick, der sich am »Busecker Samstag« wieder vielfach bieten wird. Den wenigsten Besuchern dürfte allerdings bekannt sein, dass der »Busecker Samstag« einmal ein »Busecker Sonntag« war. Oder dass nicht die Gemeinde, sondern eine Werbegemeinschaft den Grundstein für die nunmehr 40-jährige Tradition gelegt hat. 1978 war es, als ein lockerer Zusammenschluss von damals zwölf Fachgeschäften erstmals einen kleinen Markt auf dem Anger veranstaltete. Treibende Kräfte waren Alfred Weis sen., Rainer Volk, Armin Henss, Hugo Stein und Ernst-Ludwig Kraushaar. Aus dieser Gruppe heraus gründete sich im Oktober 1988 der Busecker Gewerbeverein.

Der Vorsitzende der Werbegemeinschaft (da es sich um keinen Verein handelte, wäre die Bezeichnung »Sprecher der Interessengemeinschaft« passender) war Rainer Volk. »Für den ersten Busecker Sonntag im Jahr 1978 hatte sich die Metzgerei Gerlach für ihren Würstchenverkauf eine Bude ausgeliehen. Diese stand Pate für die vier Buden, die wir in unserer Gärtnerei nachgebaut haben«, erinnert er sich. Nutzer waren neben »Blumen-Volk« der Raumausstatter Stein, das Café Albert und Unterhaltungstechnik-Kraushaar. »Wir hatten in den Buden noch echtes Kerzenlicht.«

Auf der Titelseite der »Busecker Nachrichten« vom 30. November 1979 wird für den »Busecker Sonntag« am 2. Dezember 1979 geworben. Das Programm damals umfasste neben geöffneten Geschäften Basare im katholischen Kindergarten sowie evangelischen Gemeindesaal, einer Musikparade des Spielmannzugs der Freiwilligen Feuerwehr Großen-Buseck sowie einen Auftritt des Kinderchors der evangelischen Kirchengemeinde. Der Nikolaus kam mit der Kutsche. »Man sieht, der »Busecker Sonntag« fand auf Anhieb große Resonanz«, sagt Volz. »Knack die Nuss« hieß eine von vielen Gemeinschaftsaktionen, die einzelnen Geschäfte dachten sich zusätzliche Schmankerl aus. »Busecker Schlossgeist«, ein Kräuterschnaps, war im wahrsten Sinne des Wortes in aller Munde. Reisen wurden verlost, wie die nach Luxemburg. 1988 waren ein Fahrrad, ein Fernseher und eine Wohnzimmeruhr zu gewinnen.

Sonntagsöffnung wurde verboten

1981 hatte sich das Ordnungsamt des Landkreises Gießen eingeschaltet. Die Gemeinde wurde dazu angehalten, die Gewerbetreibenden darauf hinzuweisen, dass an Sonntagen Verkaufsstellen nur zur Besichtigung von Waren offengehalten werden dürfen. Zitat: »Dies ist nur dann der Fall, wenn weder der Inhaber noch sonstiges Verkaufspersonal anwesend ist, sondern lediglich zur Aufsicht bestimmtes Wachpersonal.« Die Folge: Aus dem »Busecker Sonntag« wurde ein »Busecker Samstag«.

Nachdem sich immer mehr Vereine dem Markttreiben angeschlossen hatten, wurde die Gemeinde 1985 schließlich um die Übernahme der Standvergabe gebeten, während die Werbegemeinschaft zunächst weiterhin als Veranstalter auftrat.

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