19. April 2019, 18:07 Uhr

Der Maler aus Muschenheim und die neue Liebe zu einem alten Hobby

19. April 2019, 18:07 Uhr

Er malt und malt und malt, obwohl er nur noch zehn Prozent Sehkraft hat – Boro Lukajic aus Muschenheim hat erst vor wenigen Jahren wieder ein altes Hobby für sich neu entdeckt. Und mittlerweile hat er sogar ein Porträt seiner verstorbenen Frau angefertigt. An ein solches Kunstwerk hatte er sich lange nicht herangewagt – denn es sollte einfach perfekt sein.

Beim Anfertigen der Acrylbilder hat Lukajic so manche Hürde zu meistern, denn seine Sehkraft ist gering. Gerade was Kontrast und Schärfe angeht, stößt er dabei auf so manches Problem. Beim Malen muss er ganz nah an das Bild herangehen. Und wenn er nicht sicher ist, ob ein Strich so geworden ist, wie er ihn sich vorgestellt hat, kommen seine »Kritiker« zum Einsatz: das sind Nachbar Peter Keil und Freund Hermann Nitzsche.

Am liebsten malt der 68-Jährige Straßen- und Landschaftsszenen aus Muschenheim oder Porträts und er freut sich, wenn sie gefallen. »Aber verkaufen möchte ich sie nicht«, erläuterte der Hobbykünstler bei einem Besuch auf seinem Hof in Muschenheim. Dort hat er in der Garage ein kleines Atelier eingerichtet. Einmal hat ihm der Besitzer eines von ihm gemalten Restaurants Geld für das Gemälde gegeben, aber das habe er dann an den Gemeindeförderverein gespendet, blickt er im Gespräch mit dieser Zeitung zurück. Langsam stapeln sich die Gemälde in seinem Haus. Denn seine Schaffenskraft nimmt kein Ende.

Dabei hat er erst vor wenigen Jahren angefangen, sich mit der Malerei zu beschäftigen. Zwar hatte Lukajic, der ursprünglich aus dem Ort Banja Luka im ehemaligen Jugoslawien stammt, schon als Schulkind Cowboys und Indianer gemalt und erste Kunstpreise gewonnen. Doch mit seinem Umzug nach Deutschland in den 1970er Jahren war Malen kein Thema mehr. Dann hatte er erstmal ein anderes, aufregendes Leben, wie er selbst sagt. Zusammen mit seiner Frau Hilde führte er 25 Jahre lang die »Licher Bierstube« in der Oberstadt. Nach dem Tod seiner Ehefrau entdeckte Lukajic die Malerei erneut für sich.

Einzelne Werke von ihm hat man in den vergangenen beiden Jahren hin und wieder schon im Schaufenster des örtlichen Raumausstatters gesehen, zurzeit zeigt eine Frühlingsschau dort 20 Werke. Auch in Zukunft will Lukajic nicht weniger malen und auch die schöne Natur in und um Muschenheim weiter festhalten – aber wo er mit all den Bildern hin soll, das weiß er selbst noch nicht so recht. Das Malen an sich macht ihn glücklich – genauso wie Marmeladekochen oder Gartenarbeit. (nab/Foto. nab)

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