29. April 2018, 19:07 Uhr

»Der Kurt fällt nie tief, immer nur flach«

29. April 2018, 19:07 Uhr
Ein »Laufender Meter« als Geschenk: Ottmar Lich mit Jutta und Kurt Hillgärtner.

Seit Freitag ist der Stabwechsel offiziell: Bürgermeister Kurt Hillgärtner erhielt seine Entlassungsurkunde, sein Nachfolger Florian Langecker wurde ins Amt eingeführt (die GAZ berichtete). Dem offiziellen Akt in einer Sondersitzung der Gemeindevertretung schloss sich ein Festabend an – mit manch wehmütigen, vor allem aber humorigen Reminiszenzen.

Launige Worte hatte Karl-Christian Schelzke, Direktor des Hessischen Städte- und Gemeindebundes, mit ins Lumdatal gebracht. Zunächst aber stimmte er, »als Jurist zwar nicht so einfach«, dem Hillgärtner-Zitat zu, wonach ein Bürgermeister auch mal »den Paragraf Paragraf sein lassen sollte.«

Richtig liege der auch mit seinem Einsatz für den ländlichen Raum: »Dort entscheidet sich die Zukunft der Ballungsräume.« Ohne Entlastung durch die Fläche sieht Schelzke erhebliche soziale Probleme auf die Metropolen zukommen. »Es gibt ein Leben nach dem Bürgermeisteramt«, munterte er nun den Pensionär in spe auf, der zuvor eingeräumt hatte, der Abschied falle ihm schon schwer, zumal aus manchen Weggefährten Freunde geworden seien. Das »Leben danach«, so Schelzke, bringe auch Vorteile mit sich, etwa den, dass er künftig nicht mehr um 3 Uhr morgens wegen einer Ruhestörung aus dem Bett geklingelt werde. »Das trifft dann Sie, Herr Langecker.« Mit Zitaten aus Loriots »Papa ante portas«, mit denen demnächst womöglich Ehefrau Jutta Hillgärtner konfrontiert sein werde, hatte er die Lacher auf seiner Seite. Und so ganz nebenbei erfuhr Bürgermeister Dirk Haas die Vorgeschichte seines Dienstzimmers im Busecker Schloss. Schelzke: »Als Student habe ich da gewohnt, das war mein Schlafzimmer

Namens der Kollegen sagte Grünbergs Rathauschef Frank Ide Lebewohl, und das mit einem weinenden Auge. »Bürgermeister kommen und gehen, manchmal bleiben sie in Erinnerung. So wie Du, Kurt«. Ein »positiver Visionär« sei der, ehrlich, sachlich, doch könne er auch ein »harter Kochen« sein. Apropos: »Kurt fällt nie tief, immer flach – ob vom Fahrrad oder von der Treppe«, machte Ide nun zwei Missgeschicke des Kollegen publik. »Ob’s gut war, dass er nun mehr Zeit für die Familie hat? In einem Jahr frage ich bei Jutta nach«, schloss der Grünberger und überreichte als Geschenk einen Windrad-Nachbau für den Garten.

Dank für gute Zusammenarbeit mit dem Parlament sprach namens aller Fraktionen Ottmar Lich aus. Nicht als erster und letzter zitierte er Hillgärtners Motto »Doas kriee mer schu«. Trotz schwieriger Bedingungen habe der vieles hingekriegt.

Dass Rabenaus Feuerwehren zum Ende von dessen Amtszeit gut aufgestellt seien, würdigte Gemeindebrandinspektor Markus Göbel. Wie Lich reichte auch er dem Nachfolger die Hand für die gemeinsame Arbeit.

Der Dank der Rüddingshäuser Vereine, Vorträge der Homberger Alphornbläser und – last but not least – der Chor der ehemaligen Marktwächter rundeten das Programm ab. Letztere sangen passend: »Der Kurt, doas finne mir nejt schee, will goar naut mi auf die Gemee, er woar im Amt für lange Zeit, doch leider is es jetzt soweit«.

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