30. November 2018, 14:56 Uhr

Die Filmkritik

»Der Grinch« – Ein gelungener Familienfilm

Er ist grün und schlecht gelaunt: der Grinch. Die Geschichte kennt man zwar, doch die Neuverfilmung mit Otto als Synchronsprecher ist sehr gelungen, findet unser Filmkritiker Sascha Jouini.
30. November 2018, 14:56 Uhr
Grinch steht mit Weihnachten auf Kriegsfuß. (Foto: Illumination/Universal Pictures/dpa)

 

Man spürt sofort, wie glücklich die Bewohner von Whoville sind: Sie vergnügen sich beim Schlittenfahren oder Eislaufen und freuen sich auf das bevorstehende Weihnachtsfest. Ganz anders Grinch, der hoch über dem Dorf einsam in einer Berghöhle lebt – der grünfarbene Protagonist ist übelgelaunt und hasst die Feiertage. Wenn er die Leute harmonisch zusammen singen sieht, befällt ihn Wehmut, muss er an seine verkorkste Kindheit zurückdenken.

Grinch ersinnt einen listigen Plan: Er stibitzt sich einen großen Schlitten, um den Menschen, als Weihnachtsmann verkleidet, die Geschenke zu stehlen und ihrer Feierlaune ein für allemal ein Ende zu bereiten. Trotz akribischer Vorbereitung kommt alles anders als gedacht. Da ist nämlich noch das kleine Mädchen Cindy Lou, das einen besonderen Wunsch an Santa Claus hat und Grinchs erkaltetes Herz erwärmt.

 

Tüftler und Einzelgänger

 

Basierend auf einer Romanvorlage von Theodor Seuss Geisel aus dem Jahr 1957, bietet der Animationsfilm leicht zugängliche Unterhaltung für die ganze Familie. Die Inszenierung mutet sehr gelungen an. Inspiriert entführt das Regieduo Scott Mosier und Yarrow Cheney den Zuschauer in eine bunte Fantasiewelt, im Zentrum die an Lebkuchenhäuser erinnernde Siedlung. Dazu kontrastiert die abgeschiedene Sphäre, in der sich Grinch bewegt. Am meisten gefällt die Liebe zum Detail, mit der die Filmemacher die Wohnung des Einzelgängers porträtieren, eines wahren Tüftlers, der etwa eine raffinierte Kaffeemaschine oder einen Fahrstuhl für seinen Hund Max konstruiert hat. Für Max baut Grinch sogar einen kleinen, mit Kameras ausgestatteten Hubschrauber, mit dem der Vierbeiner das Dorf ausspionieren soll. Mosier und Cheney verpacken überzeugend die Kritik am blinden Konsumrausch; dass dieses Jahr das Fest in Whoville dreimal so groß ausfallen soll wie sonst, hat etwas maßloses an sich.

 

Mehr Herz statt mehr Geschenke

 

Insgesamt gesehen erscheint die Geschichte recht einfach gestrickt, die Kernbotschaft vermag gleichwohl zu bewegen: Viel wichtiger als materielle Dinge sind Barmherzigkeit und Nächstenliebe. Als Synchronsprecher in der Titelrolle verleiht Otto dem Film virtuos eine humorvolle Note – zum Lachen etwa, wie Grinch den Leuten »mit Stil« das Fest vermiesen will. Schmunzeln lässt einen auch das fette Rentier Fred.

Sonderlob gebührt dem Komponisten Danny Elfman, der bei der ebenso anspruchsvollen wie abwechslungsreichen Hintergrundmusik alle Register zieht – das Spektrum reicht von stimmungsvollen Chor-, Orchester- und Orgelpassagen bis hin zum feierlichen Song. Der in jeder Hinsicht hohe gestalterische Aufwand hat sich gelohnt.

»Der Grinch« läuft zurzeit in Grünberg (bis Mittwoch jeweils um 20 Uhr, Samstag und Sonntag auch um 15 Uhr, Montag und Mittwoch um 17.30 Uhr), Nidda und Alsfeld im Kino.

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