23. Mai 2019, 22:27 Uhr

Das müssen Ferienjobber beachten

23. Mai 2019, 22:27 Uhr

Der Sommer naht und mit ihm Schulferien sowie vorlesungsfreie Zeit. Anstatt sich nur zu Hause zu erholen, arbeiten viele Schüler und Studenten auch in Ferienjobs. Dem einen dienen sie als Orientierung für die berufliche Zukunft, die andere will Geld verdienen. »Egal, welche Motivation dahinter steht, gibt es bestimmte gesetzliche Regelungen, die die Entwicklung der jungen Menschen berücksichtigen«, sagt Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich. Seine Behörde ist für den Arbeitsschutz zuständig. RP-Experten geben nun Tipps, damit beide Seiten wissen, was geht und was nicht.

»Grundsätzlich besteht ein Beschäftigungsverbot für Kinder und Jugendliche bis 15 Jahren, die noch zur Schule gehen«, berichtet RP-Mitarbeiter Günter Foth. Ferienjobs sind da eine Ausnahme. Der Gesetzgeber legt aber auch fest, welche Tätigkeiten in welchem Umfang ausgeübt werden dürfen. Werden Schüler beschäftigt, ist der Schutz von Sicherheit und Gesundheit von besonderer Bedeutung. Sie befinden sich noch in der Entwicklung und sind damit besonders gefährdet - etwa beim Umgang mit gefährlichen Stoffen oder auch unter gesundheitsbelastenden Arbeitsbedingungen.

Viele Arbeitsunfälle

»Es fehlen ihnen noch spezielle Fähigkeiten, Kenntnisse und Erfahrungen, um mit der erforderlichen Umsicht zu handeln«, sagt sein Kollege Sascha Dietz. Junge Berufseinsteiger und Jugendliche in der Berufsausbildung sind überproportional an Arbeitsunfällen beteiligt. Anders als bei einem Schulpraktikum im Unternehmen ist bei einem Ferienjob nicht die Schule, sondern der Arbeitgeber verantwortlich.

Für Schüler, die in den Ferien arbeiten, gelten Jugendarbeitsschutzgesetz oder Kinderarbeitsschutzverordnung. Danach dürfen Kinder unter 15 Jahren grundsätzlich nicht beschäftigt werden. Schüler ab 15 Jahren dürfen - wenn sie die 9. Klasse noch nicht abgeschlossen haben - bis zu vier Wochen im Kalenderjahr beschäftigt werden und zwar nur während der Schulferien. Die vier Wochen können am Stück oder verteilt abgeleistet werden. Ab der 10. Klasse ist eine Beschäftigung neben der Schule auch länger als diese vier Wochen möglich, solange die Vorschriften des Jugendarbeitsschutzgesetzes eingehalten werden.

Noch ein Tipp aus dem RP Gießen: »Die übertragenen Tätigkeiten müssen dem Leistungsvermögen der Jugendlichen entsprechen«, sagt Günter Foth. Die maximale Arbeitszeit beträgt deshalb grundsätzlich fünf Tage und 40 Stunden pro Woche. Pro Tag heißt das: grundsätzlich nicht mehr als acht Arbeitsstunden oder zehn Schichtstunden - Arbeits- plus Pausenzeit. Bei mehr als viereinhalb bis sechs Stunden Arbeitszeit beträgt die vorgeschriebene Pausendauer 30 Minuten, bei über sechs Stunden ist es eine Stunde.

Auch wann die jungen Leute arbeiten, ist klar geregelt: Zwischen 20 und 6 Uhr gilt ebenso ein Beschäftigungsverbot, wie an Wochenenden und Feiertagen. Ausnahmen gelten in Krankenhäusern, Gaststätten, Bäckereien, im Gartenbau, in landwirtschaftlichen und ähnlichen Betrieben, wo betriebsbedingt andere Arbeitszeiten gelten. »Akkordarbeit oder tempoabhängige Arbeit sind nicht zulässig.« Werden volljährige Schüler und Studenten als Ferienarbeiter beschäftigt, gilt das Arbeitsschutzgesetz. Auch hier gilt die Pflicht, die Ferienarbeiter für den Einsatz zu unterweisen.

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