24. Januar 2018, 15:00 Uhr

Rosenmontag

Das Musikcorps Großen-Linden heizt den Düsseldorfern ein

Wenn am Rosenmontag über 10 000 Narren durch Düsseldorfs Innenstadt ziehen, dann werden ihnen 45 Lindener den Marsch blasen.
24. Januar 2018, 15:00 Uhr
Das Musikcorps Großen-Linden läuft auch dieses Jahr beim Rosenmontagszug in Düsseldorf mit. (Fotos: Musikcorps/pad)

Abends in der Stadthalle von Linden: Alexander Mehl stellt mehrere Hütchen mit Zahlen am Rand auf. So ein bisschen sieht es aus, als würde hier jemand ein Football-Match vorbereiten. Doch statt eines eiförmigen Balls werden Instrumente ausgepackt: Sousaphon, Trompeten, Trommeln. Das Musikcorps der Freiwilligen Feuerwehr probt. Und dafür brauchen die Musiker Platz.

Während »normale« Orchestermusiker stets an einer Stelle sitzen oder stehen und dabei spielen, müssen hier neben den Noten auch Choreographien einstudiert werden. »Das ist der Hauptunterschied, dass es Musik in Bewegung ist«, sagt Mehl, einer der musikalischen Leiter. Die Shows mit Drehungen, Wenden und vielem mehr sind hochkomplex und werden eigens von Choreographen geschrieben. »Unsere aktuelle Show dauert zwölf Minuten«, sagt Mehl. Bis da jede Drehung sitzt, braucht es einige Proben. Doch die Mühen lohnen sich, schließlich werden die Lindener zu zahlreichen Musik-Tattoos eingeladen, treten dann vor Zehntausenden Blasmusikfans in großen Arenen auf. Der Name stammt übrigens vom englischen Wort für Zapfenstreich, »Tattoo«, ab.

 

Fasching macht den Musikern Spaß

Der Fasching ist da ein echtes Kontrastprogramm – und gerade deshalb bei den Musikern sehr beliebt. »Das machen wir vor allem wegen den Fetz und Spaß«, sagt Mehl. Auf den Düsseldorfer Rosenmontagszug freuen sich die Lindener besonders. Hier waren sie bereits mehrfach zu Gast – auch damals, als der eigentliche Umzug wegen einer Sturmwarnung abgesagt und erst im März nachgeholt wurde.



Für Düsseldorf üben die Musiker stimmungsvolle Lieder wie »Let me entertain you«, Melodien von Joe Cocker, aber auch »Don’t worry« von Madcon ein. »Mit den Blechblasinstrumenten kann man grundsätzlich alles spielen«, sagt Vorsitzender Sebastian Schmidt. »Pop-Musik und Märsche, aber auch Balladen und Rock.«

 

Auftritt in der Lanxess-Arena

Rund fünf Kilometer ist die Zugstrecke in Düsseldorf lang. Das heißt, dass wenn die ersten Gruppen im Ziel ankommen, die letzten noch in den Startlöchern stehen. »Die Organisation ist aber sehr gut, da hat man wenig Stillstand«, sagt Schmidt. Damit die Blasmusiker einmal kurz verschnaufen können, gibt es zwischendurch Trommel-Parts. Und falls es doch einmal hakt, dürfen sich die Zuschauer über Showeinlagen freuen. Nur eines ist strikt verboten: Alaaf rufen. Schließlich ist man nicht in Köln.

Nach den Umzügen in Düsseldorf und tags drauf in Heuchelheim heißt es, den Schalter im Kopf schnell umzulegen. Denn bereits am Wochenende danach spielt das Musikcorps bei der Internationalen Musikparade in Köln, Münster und Dortmund, tritt in der Lanxess-Arena, der Westfalenhalle und der Münsterarena zusammen mit anderen großen Showbands auf. Ein Highlight für die Zuschauer als auch die Musiker. Darum werden sie auch am morgigen Donnerstag wieder fleißig proben, bis jeder Ton sitzt.

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