24. Oktober 2017, 20:08 Uhr

Das Feld ist gut bestellt

24. Oktober 2017, 20:08 Uhr
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Von Klaus Moos
Stolz blicken die Vereinsgründer Erwin Becker, Hubert Volk, Manfred Groß, Reinhold Götz und Dieter Kraft auf fünf Jahrzehnte zurück. Sie werden von Vorsitzendem Erwin Bierau, dessen Stellvertreter Wolfgang Ferber und Gunter Schmidt geehrt. (Foto: mo)

Feststimmung in der Waldmühle in Atzbach: Dort feierten die Natur- und Vogelfreunde Atzbach dieser Tage den 50-jährigen Vereinsgeburtstag. Schwerpunkt war der Rückblick auf fünf erfolgreiche Jahrzehnte. Schriftführer Dieter Keller hieß Gründungsmitglieder, Mitglieder, Besucher und offizielle Gäste willkommen. Vereinsvorsitzender Erwin Bierau dankte für Mithilfe und Mitarbeit – auch bei der Vorbereitung auf die Jubiläumsfeier. 60 Mitglieder zählen zum Verein. Das Durchschnittsalter liegt bei knapp 70 Jahren. Dringend würden jüngere Leute gebraucht, um alle vom Verein verantworteten Aufgaben und Projekte weiterführen zu können, bekräftigte der Vorsitzende.

Bildband als schönes Vermächtnis

Erwin Becker, das älteste Gründungsmitglied, und Karl-Ernst Schnorr gestalteten ein 30-seitiges Exposé »50 Jahre Natur- und Vogelfreunde Atzbach«, das als ergänzender Anhang einem großen Fotobildband angefügt wurde. Horst Schmidt, letzter Bürgermeister der seinerzeit noch selbstständigen Gemeinde Atzbach, und Gründungsmitglied Dieter Kraft bringen sich mit ihrem Wissen und ihrer Erfahrung in dem Exposé mit ein. 1975 konnte der Verein im Obergeschoss des denkmalgeschützten Backhauses Vereinsräume einrichten. Die Festrede hielt Reinhold Götz; er ist Gründungsmitglied und wurde 1967 zum zweiten Vorsitzenden gewählt. Ziele des Vereins sind bis heute: Schutz und Pflege der heimischen Vogelwelt mit biologischer Schädlingsbekämpfung in Feld und Wald, Anlegen von Wanderwegen sowie eines Waldlehr- und Waldsportpfades, Aufstellen von Ruhebänken, Angebote von heimatkundlichen und botanischen Wanderungen.

Drei Vorsitzende trugen in 50 Jahren Verantwortung: 1967 bis 1975 Erwin Becker, 1975 bis 2004 Hans Sack (†), seit 2004 leitet Erwin Bierau den Verein. Die Idee des Gemeindeförsters Hauptmann, der Bau einer Köhlerhütte, konnte noch 1967 verwirklicht werden. Wichtig ist den Vereinsverantwortlichen der Vogelschutz. Zurzeit werden 200 Nistkästen in Feld und Wald betreut. In der Atzbacher Kirche und in einigen Scheunen in Kirchennähe werden Bruten von Schleiereulen und Turmfalken beobachtet. Schon immer haben sich die Natur- und Vogelfreunde auch um Störche gekümmert; derzeit wird allerdings ein gravierender Rückgang der Population registriert. 1970 wurde der Waldlehrpfad eingeweiht. 1972 kam der Waldsportpfad mit einem Wassertretbecken dazu.

Der Verein fügt sich gerne in die örtliche Vereinsgemeinschaft ein und bietet auch Ferienspielaktionen an. 1993 wurde eine Streuobstwiese mit 28 hochstämmigen Obstbäumen angelegt. »Das Feld ist gut bestellt und muss weiter gepflegt werden«, erläuterte Götz abschließend. Nach seiner mit viel Beifall bedachten Festrede überreichte er das erste von Martin Reichardt, Gunter Schmidt und Hubert Volk gestaltete Fotobuch an Vorsitzenden Bierau. Grußworte der Kirchengemeinden schlossen sich an.

Bürgermeisterin Silvia Wrenger-Knispel dankte für viele Jahre gute ehrenamtliche Arbeit und machte Mut, durchzuhalten. Für zwölf Atzbacher Vereine gratulierte Jens Uwe Stamm. Als Unterhalter war Burkhard Ott (ehemals Gruppe Kork) eingeladen. Er erfreute in Mundart mit Liedern, Gedichten und Geschichten.



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