Kreis Gießen

Das Ende der Brückensanierung auf der A 45 und die »schönsten« Baustellenmomente

Es heißt nun Abschied nehmen. Aber so richtige Trauer mag nicht aufkommen, sondern eher Freude. Nach einem Jahr endet die Brückensanierung auf der Autobahn 45 bei Linden. In den kommenden Tagen wird die Baustellenabsperrung zurückgebaut und dann heißt es endlich wieder freie Fahrt, Abschied von Staus und Vollsperrungen - zumindest an dieser Stelle.
19. Juli 2019, 18:38 Uhr
Patrick Dehnhardt

Es heißt nun Abschied nehmen. Aber so richtige Trauer mag nicht aufkommen, sondern eher Freude. Nach einem Jahr endet die Brückensanierung auf der Autobahn 45 bei Linden. In den kommenden Tagen wird die Baustellenabsperrung zurückgebaut und dann heißt es endlich wieder freie Fahrt, Abschied von Staus und Vollsperrungen - zumindest an dieser Stelle.

Oben rollt der Verkehr der Autobahn 45 Richtung Gambacher Kreuz und Gießener Südkreuz, unten die Züge nach Friedberg und Gießen. Und daneben liegt noch ein Feldweg, der auch von Radlern gerne benutzt wird. Die beiden Autobahnbrücken - in jede Fahrtrichtung gibt es ein Bauwerk - waren marode geworden, mussten saniert werden. 2,8 Millionen Euro sollte das kosten.

Als im Juli 2018 die Baustelle eingerichtet wurde, ahnte mancher Pendler bereits Schlimmes. Monatelang gehörte der Stau am Gießener Südkreuz zum morgendlichen Ritual auf dem Weg zur Arbeit. Denn dort, wo die Autos von der A 485 auf die langsamen Lkw auf der rechten Spur der A 45 in Fahrtrichtung Gambacher Kreuz trafen, kam es regelmäßig zum Stillstand.

In der Baustelle selbst gab es mehrfach Unfälle - die meisten nur Blechschäden. Am 4. Dezember 2018 ging jedoch nichts mehr: Um 8.35 Uhr geriet ein Laster in Fahrtrichtung Südkreuz in die rechte Leitplanke, schrammte mehrere Hundert Meter an dieser entlang und kippte dann um. Das Fahrzeug lag quer über alle Spuren in Richtung Gießen und eine in Richtung Gambacher Kreuz. Zig Tonnen Bauschutt blockierten die Fahrbahn. Zudem war der Laster auf die provisorische Mittelleitplanke gefallen, die daraufhin wie eine Dominoreihe auf rund einem Kilometer Länge umkippte. Nur wenige Hundert Meter hinter dem Unfall steckte ein Rettungswagen im Stau fest. Der Patient wurde schließlich per Rettungshubschrauber abgeholt - und dafür die Autobahn auch in Richtung Süden voll gesperrt.

Nach der Winterpause mit dem Wechsel der Baustelle auf die Brückenhälfte in Fahrtrichtung Südkreuz wurde die Lage zwar etwas entspannter. Doch die Pendler dürften die Baustelle nicht vermissen und den Bauarbeitern für ihre gute Arbeit danken. Und ganz ohne Baustelle kommen sie ja sowieso nicht davon: An der Talbrücke Langgöns wird jetzt erst mal die Übergangskonstruktion an den Widerlager repariert. Eine A 45 ohne Baustelle - das wäre ja unvorstellbar. (pad)

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