18. August 2019, 20:11 Uhr

Damit Spaghetti Bolognese ein Genuss bleibt…

18. August 2019, 20:11 Uhr
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Aus der Redaktion
Dezernent Stock in der Küche der LiLo.

/Lollar (pm). Spaghetti Bolognese steht auf dem Speiseplan, als der hauptamtliche Kreisbeigeordnete Hans-Peter Stock zusammen mit Dr. Maike Klein und Klaus Mandler vom Fachdienst Veterinärwesen und Verbraucherschutz den Eingang betreten. Erwartet werden sie von Birgit Großhaus, Leiterin der LiLo Küchenbetriebe, und Matthias Albert, Küchenleiter am Standort Lollar der Lebenshilfe Gießen. Wo der Klassiker gekocht wird, das möchte sich Dezernent Hans-Peter Stock genauer anschauen. Schließlich ist er in Begleitung der Lebensmittelüberwachung des Landkreises Gießen.

Doch zuerst heißt es: Kittel an, Mütze auf und Schuhe sichern. In der Werkstatt Lollar werden täglich an die 1000 Portionen gekocht. Der größte Teil geht an Kindertagesstätten und Schulen, aber auch die Belegschaft im eigenen Haus kommt gerne zum Essen. Als Nächstes erreicht der hauptamtliche Kreisbeigeordnete die Hygieneschleuse. Auffällig sind die großen Bilder, die das Desinfizieren von Händen und Schuhen zeigen. Der Grund dafür ist ganz einfach. Viele Menschen mit Behinderung können nicht gut lesen. Am Standort Lollar besteht das Küchenteam aus sieben behinderten und vier nicht behinderten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Das hat seine Besonderheiten, aber auf keinen Fall Nachteile. Erst recht nicht, wenn es um die Hygiene geht.

Aber zurück zu den Nudeln. In der Küche wird dem Dezernenten eines ganz deutlich. Der Trend geht zu Multifunktionsgeräten. Beeindruckende Öfen dämpfen, grillen und braten. Das Display eines Kochtopfs stellt zur Auswahl Geschnetzeltes, Ragout oder Würste. In solch einem riesigen Behälter können übrigens auch 20 Kilogramm Spaghetti gleichzeitig gekocht werden. Gut, dass alle Beteiligten großen Hunger mitgebracht haben. Aber nur mit Technik kommt man beim Herstellen von Speisen natürlich auch nicht weiter. Besonders die Kolleginnen und Kollegen mit Behinderung haben ihre ganz eigenen Stärken. Die Präzision, mit der zum Beispiel Nachtische angerichtet werden, sucht seinesgleichen.

Fehlt nur noch die Soße. Das Hackfleisch wird regional bezogen und bei entsprechender Temperatur gelagert. Es gibt sowohl einen Kühlraum mit circa fünf Grad Celsius als auch einen Tiefkühler mit circa minus 20 Grad. Die Temperaturen werden zur Kontrolle einmal am Tag abgelesen. Hier würde Hans-Peter Stock in der Mittagshitze gerne länger verweilen. Doch da geht es auch schon weiter ins Trockenlager. Im Gegensatz zu den klimatisierten Räumen, wo Wochenrationen aufbewahrt werden, findet man hier Vorräte für einen ganzen Monat. Direkt angrenzend zum Gebäude liegt die An- und Ablieferung.

Damit von den einzelnen Zutaten bis hin zur fertigen Mahlzeit alles hygienisch mit rechten Dingen zugeht, gehört die Küche der Lebenshilfe Gießen in Lollar zu den 2457 zu kontrollierenden Betrieben im Landkreis Gießen. Die Lebensmittelkontrolleure waren im vergangenen Jahr 3189 Mal unterwegs. Leider arbeiten nicht alle einwandfrei, sodass es 235 Verdachts- oder Nachkontrollen gab. Bei etwa neun Prozent der kontrollierten Betriebe stellte die amtliche Lebensmittelüberwachung Verstöße fest. Häufige Mängel betreffen die Betriebshygiene und Schwächen in der Eigenkontrolle. Bei groben Verstößen sind die Lebensmittelkontrolleure verpflichtet, Strafen zu verhängen. So kam es im Jahr 2018 zu 92 Ordnungsverfügungen, 36 gebührenpflichtigen Verwarnungen, zwölf Bußgeldern und fünf vorübergehenden Schließungen von Betrieben beziehungsweise Betriebsräumen.

»Der weitaus größte Teil der Lebensmittelbetriebe arbeitet verantwortungsbewusst«, betont Hans-Peter Stock. (Foto: pm)



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