09. Februar 2017, 12:15 Uhr

A-capella-Konzert

»Chanticleer« begeistert in Laubach

Das weltberühmte Ensemble aus San Francisco trat nun in der auskverkauften Stadtkirche auf. Dabei trugen sie auch moderne Stücke vor.
09. Februar 2017, 12:15 Uhr
Die zwölf amerikanischen Musiker liefern einen stimmgewaltigen und beeindruckenden Auftritt in Laubach ab. (Foto: dis)

»Chanticleer« – die Männer sind besonders für ihre Darbietungen von A-capella-Musik der Renaissance und des Früh-Barock bekannt. Jedoch wagen sie sich auch an Jazz, Gospel und moderne Musik heran, wie sie bei ihrem Auftritt in Laubach am Dienstagabend bewiesen.

Ihren Namen verdankt »Chanticleer« dem singenden Hahn in Geoffrey Chaucers Canterbury Tales. Der Chor wurde 1978 von Tenor Louis Botto gegründet, der bis 1989 auch selbst darin sang und dem Ensemble bis zu seinem Tode 1997 als künstlerischer Leiter (Artistic Director) vorstand. Botto fiel auf, dass die Renaissancemusik, die er als Musikwissenschaftler untersuchte, kaum aufgeführt wurde. Deshalb gründete er den Chor, um diese Musik mit einem reinen Männerensemble authentisch aufführen zu können. 2007 zum 30-jährigen Bestehen wurde »Chanticleer« als »Musical America’s 2008 Ensemble of the Year« ausgezeichnet.

Erinnerung an Hurrikan

Dass sie diesen Preis verdient haben, bewiesen die zwölf Herren in Laubach stimmgewaltig. Unter dem Motto »Washing of the Water« sangen Cortez Mitchell, Gerrod Pagenkopf, Kory Reid, Logan Shields, Alan Reinhardt, Adam Ward (Sopran und Alt), Chris Albanese, Brian Hinman, Andrew van Allsburg (Tenor) sowie Eric Alatorre, Matthew Knickman und Marques Jerrell Ruff (Bariton und Bass) unter der Leitung von Musikdirektor William Fred Scott.

»Oh Sing Unto the Lord a New Song« von Thomas Tomkins (1572-1656) und »Shall We Gather at the River« von Robert Lowry (1826-1899) waren zwei geistliche Lieder aus der Zeit der Renaissance, dem unter anderem noch »Stivit anima mea« von Manuel Cardoso (1566-1650) folgte. Ausdrucksvoll vorgetragen mit klarem, reinem Stimmumfang, wie auch in den anderen Liedern. »I been in the Storm so long«, das aus einer Reaktion auf die Tragödie des Hurrikans Katharina im August 2005 mit 2000 Todesopfern entstand, und ein ebensolches Spiritual mit dem Titel »Deep River« in einem Arrangement von Moses Hogan bewegten die Zuhörer.

»Washing of the Water« von Peter Gabriel (*1950), »Bridge Over Troubled waters« von Paul Simon (*1941) und das »Hallelujah« von Leonard Cohen (1934-2016) waren nur ein Teil der modernen Werke, die an diesem Abend im Gotteshaus erklangen. Den Abschluss bildete »Guide Me, O Thou Great Jehova«, ein beliebter Choral, der zuerst im Jahre 1745 von William Williams in Bristol (England) in einem Gesangbuch veröffentlicht wurde.

Ihre Intention hinter der Musikauswahl sei, die Hoffnung zu vermitteln, dass trotz aller schwierigen Phasen im Dasein, der Fluss des Lebens immer wieder zu neuen Ufern weiter fließt, erklärten die Künstler. Lang anhaltender Beifall der aufmerksamen Zuhörer verdeutlichte, dass diese Botschaft verstanden und angenommen wurde.

Zustande gekommen war das Konzert mit Unterstützung durch das Evangelische Dekanat Grünberg, der Kur- und Bäder GmbH Laubach, der Stadtwaldstiftung Laubach, der OVAG, esb Bender Grünberg und der Engel-Apotheke.

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