29. Oktober 2018, 18:32 Uhr

Bürgermeisterwahl Langgöns

Bürgermeisterwahl in Langgöns: Deshalb ist es nach der Wahl spannender als davor

Der SPD-Kandidatin Sabrina Zeaiter fehlten in Langgöns 19 Stimmen, um wenigstens in einem Wahllokal vorne zu liegen. Will man wissen, was der neue Bürgermeister Marius Reusch vorhat, stößt man indes auf viel Vages.
29. Oktober 2018, 18:32 Uhr
Sabrina Zeaiter (r.) gratuliert Marius Reusch, der neue Bürgermeister spricht der Gegenkandidatin seinen Respekt aus.

Stille und Leere herrschten am Sonntagabend im Foyer des Langgönser Rathauses, als Sabrina Zeaiter eintraf. Die SPD-Bürgermeisterkandidatin und ihr Lebensgefährte Christopher Bursukis waren kurz vor 18 Uhr die ersten, um die eintrudelnden Ergebnisse zu verfolgen. Es dauerte allerdings drei Stunden, bis auf dem Bildschirm die ersten Ergebnisse abzulesen waren.

Am Ende fehlten Zeaiter 19 Stimmen, um wenigstens in einem Wahllokal – im Fasanenweg im Kernort Lang-Göns – vorne zu liegen. Jeder der 13 Wahlbezirke ging schließlich an Marius Reusch (CDU). In anderen Langgönser Ortsteilen war es äußerst deutlich – mit 66,2 Prozent in Dornholzhausen und mit 69 Prozent im Heimatdorf des Kandidaten von CDU, FDP und Grünen, Oberkleen. Das Gesamtergebnis von 60,9 Prozent für Reusch erinnert an die Bürgermeisterwahl vor sechs Jahren: Der nun scheidende Bürgermeister Horst Röhrig gewann im Dezember 2012 ähnlich deutlich mit 59,7 Prozent gegen Herausforderer Hans Noormann (Grüne).

 

 

Spannung nach der Wahl fast größer als vor der Wahl

 

Zeaiter trug das Ergebnis mit Fassung. Die Wetzlarerin hat immerhin aus dem Stand innerhalb von fünf Monaten 2533 Langgönser Wähler für sich überzeugt, nachdem sie im Mai für die erkrankte Kandidatin Anja Asmussen eingesprungen ist.

Heinz Ulm, Walter Haller und Horst Röhrig: So hießen die letzten drei Langgönser Bürgermeister seit 1957 – alle mit dem Parteibuch der SPD ausgestattet. Diese Reihe war es, die vor der Bürgermeisterwahl zumindest für etwas Spannung sorgte. Dass mit Reusch erstmals nach 61 Jahren ein Kandidat der CDU ins Rathaus einzieht, sollte man aber nicht darauf zurückführen, dass die SPD in Langgöns an Strahlkraft verloren hat. Die Parteizugehörigkeit und politische Inhalte spielten in diesem Wahlkampf schlicht kaum eine Rolle – sondern die Persönlichkeit der Kandidaten und der Heimvorteil des Oberkleeners Reusch.

Will man wissen, was der neue Bürgermeister in Langgöns vorhat, stößt man auf viel Vages. Auf die Frage, mit welchen konkreten Mitteln man in Langgöns für mehr bezahlbaren Wohnraum sorgen sollte, antwortete er beispielsweise: »Eine moderate Entwicklung von Baugebieten in unserer Gemeinde muss in Zukunft möglich sein.« Das dörfliche Leben dürfe keine Abstiegserzählung sein, hält er außerdem fest. Etwas konkreter ist das Vorhaben, ein Leitbild für Langgöns entwerfen zu wollen. So ist die Spannung nach der Wahl fast größer als vor der Wahl – durch die Frage: Mit welchen konkreten Ideen und Vorhaben wird Reusch nun die Gemeinde prägen wollen? (Foto: srs)

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