25. April 2018, 22:28 Uhr

Bürgerbus soll 2019 starten

25. April 2018, 22:28 Uhr
Für mehr Mobilität der Einwohner in der Kernstadt und in den Stadtteilen soll ein Bürgerbus sorgen. Nach dem derzeit geplanten Start im Frühjahr 2019 soll zunächst ein Jahr lang beobachtet werden, wie das Angebot angenommen wird. (Symbolbild: dpa)

Für mehr Mobilität ihrer Bürger in der Kernstadt und den Stadtteilen wollen die Hungener Parlamentarier sorgen. Der gemeinsame Antrag der FW- und CDU-Fraktionen »Prüfung zur Einrichtung eines Bürgerbusses« wurde am Dienstagabend im Ausschuss für Kultur und Soziales (KuS) sowie im Haupt- und Finanzausschuss (HFA) beraten. Beide Ausschüsse stimmten dem Vorhaben mit der Maßgabe einer zeitlichen Verschiebung auf den 1. März 2019 einstimmig zu. Wolfgang Macht von den Grünen brachte eine weitere Variante ins Spiel. Er möchte, dass der Träger des öffentlichen Personennahverkehrs, die Verkehrsgesellschaft Oberhessen (VGO), in die Überlegungen einbezogen wird. Parallel zu den bisherigen Planungen soll das Unternehmen diesbezüglich seine Möglichkeiten aufzeigen. Dem wurde ebenfalls zugestimmt.

Prognose: Bis zu 15 Fahrer nötig

Der Beschluss gilt, wenn die Stadtverordnetenversammlung zustimmt, zunächst für zwölf Monate. In dieser Zeit sollen Erfahrungen gesammelt, ein Bericht vorgelegt und die weitere Vorgehensweise beschlossen werden. Die Kosten für das Projekt werden auf 25 000 Euro für Fahrer und Fahrzeug-Leasing geschätzt. Kraftstoff, Versicherung und Kfz-Steuer sind nicht enthalten. Überlegungen, Ehrenamtliche als Busfahrer einzusetzen, werden kritisch betrachtet: Man würde schließlich 10 bis 15 Kräfte benötigen, so die aktuellen Schätzungen.

Bürgermeister Rainer Wengorsch hatte die detaillierte Beschlussvorlage erläutert, in der einige Punkte bereits geklärt, andere aber noch offen sind. Die Stadt rechnet auch mit Fördergeldern der Sparkasse Laubach-Hungen sowie vom Land im Rahmen des Projektes »Land hat Zukunft – Heimat Hessen«.

Das Baugebiet »Hinterm Mühlberg« (nordöstlich der Sudetenstraße) soll durch die Hessische Landgesellschaft erschlossen werden. Die Mitglieder des HFA haben den von der Verwaltung vorgegebenen Baulandpreisen in Höhe von 175 Euro (Ein- und Zweifamilienhaus), 195 Euro (Mehrfamilienhaus) und 165 Euro (Wohn- und Geschäftshaus) je Quadratmeter zugestimmt. Die Erschließungskosten werden etwa 137 Euro je Quadratmeter betragen, können sich jedoch noch reduzieren, wenn statt der vorgesehenen Lärmschutzwand der Lärmschutz in den Gebäuden verbaut wird. Da es bereits 20 Interessenten für die Grundstück gibt, geht Bürgermeister Wengorsch davon aus, dass die Grundstücke schnell verkauft sein werden.

Nach dem Willen der Mitglieder des Ausschusses für Kultur und Soziales soll die Straße im Neubaugebiet Hinterm Mühlberg in »Am Mühlberg« benannt werden.

Beratungsbedarf gab es im HFA bezüglich der SPD-Anträge »Einrichtung von Baugelände« und »Leerstandskataster«. Gegenwärtig bestehe in Hungen eine große Nachfrage nach Bauplätzen, stellte Gunter Schmidt den Antrag vor und ergänzte, in den Stadtteilen habe es in den letzten Jahren wenige bis gar keine Bauplätze gegeben. Bauwillige müssten in andere Stadtteile oder Kommunen ausweichen (GAZ vom Mittwoch).

Absage an Leerstandskataster

Wengorsch entgegnete, an dieser Aufgabe arbeite die Verwaltung ständig. Es gebe eine ausgewogene Flächenentwicklung und ein zusätzliches Angebot in der Kernstadt und den Stadtteilen. Die Stadt habe etwa zehn Hektar (100 000 Quadratmeter) Bauland in der Kernstadt und den Ortsteilen im Angebot. Wolfgang Macht (Bündnis 90/Grüne) vermisst ein Gesamtkonzept für die Großgemeinde, das auch die Infrastruktur umfasst. Die Verwaltung sei tätig, hieß es aus der CDU. Es sei die Frage, ob man das brauche, oder ob es nicht besser sei, die Ortskerne zu verdichten. In der weiteren Diskussion, in der es auch um die Erhaltung von hochwertigen Ackerflächen ging, fand der Antrag keine Mehrheit und wurde gegen die Stimmen der SPD abgelehnt.

Mit dem Leerstandskataster will die SPD erreichen, dass alle Leerstände von Wohngebäuden und die Baulücken in der Kernstadt und den Stadtteilen aufgelistet werden und damit bekannt sind. Die Kollegen der anderen Fraktionen rechneten der SPD vor, dass ein sehr hoher Aufwand betrieben werde, der nur unzureichende Ergebnisse bringe, und versagten dem Antrag die Zustimmung.

Die Stadtverordnetenversammlung tagt heute, Donnerstag um 20 Uhr in der Mehrzweckhalle in Inheiden. Themen sind u. a. der Bürgerbus und das Leerstandskataster.

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