20. März 2019, 22:03 Uhr

Brexit wirkt in den Landkreis hinein

20. März 2019, 22:03 Uhr
Marlies von der Malsburg und Gerald R. Dörr diskutieren über den Brexit. (Foto: se)

Brexit, Exit, No Deal, Backstop – gerade in den vergangenen Wochen sind diese Begriffe, die im Zusammenhang mit dem Referendum in Großbritannien zum EU-Austritt stehen, zum täglichen Sprachgebrauch geworden. Die Nachrichten werden überlagert von Meldungen aus und über Großbritannien. Um Bürgern einen Einblick in dieses komplexe Thema zu gewähren, hatte die Langgönser SPD zu einem Informationsabend eingeladen.

Als Expertin war Marlies von der Malsburg dabei, Büroleiterin des Gießener Europaabgeordneten Udo Bullmann, der seit rund einem Jahr der Fraktion der europäischen Sozialdemokraten vorsteht. Sie erläuterte unter anderem den No-Deal-Brexit und sagte: »Ein großes Thema bleibt der Backstop.« Der sei den Brexit-Hardlinern ein Dorn im Auge. Mit dem Backstop soll eine »harte Grenze« zwischen Irland und Nordirland, das zum Vereinigten Königreich gehört, verhindert werden. Auf diese Weise will man einem Aufflammen des Nordirland-Konfliktes entgegentreten.

Malsburg beklagte, dass bei dem Referendum ein hochkomplexes Thema vor allem auf eine Frage reduziert wurde. Fakt sei aber auch, dass durch die sich hinziehende Ungewissheit »die Wirtschaft gestört« werde und dass durch die britische Gesellschaft ein Riss gegangen sei. Malsburg gab einen Überblick über Möglichkeiten (»Den Brexit kann man sofort abbrechen«), was sich in Sachen EU-Austritt der Briten in den nächsten Tagen ergeben wird. Eines ist klar: Gibt es keine Einigung bis zum 29. März, dann erfolgt der No-Deal-Brexit.

»Die alten Leute haben über die Zukunft der jungen entschieden«, sagte Ahmet Karadag, einer der beiden stellvertretenden Vorsitzenden der Langgönser Sozialdemokraten. Wie Bürgermeister Horst Röhrig berichtete, seien Langgönser Bürger, Einrichtungen und Unternehmen nicht in einem besonderen Maße vom Brexit betroffen.

Moderiert wurde dieser Diskussionsabend im Bürgerhaus vom stellvertretenden Ortsvereinsvorsitzenden Gerald R. Dörr. Er ist Mitarbeiter einer international agierenden Großbank. Dörr berichtete, dass sich bereits 25 Banken in Frankfurt neu angesiedelt oder dies angekündigt hätten. 3000 bis 5000, nach anderen Schätzungen 8000 bis 10 000 neue Arbeitsplätze würden dadurch entstehen. »Frankfurt braucht zusätzlich bezahlbaren Wohnraum für bis zu 20 000 Menschen«, erklärte er. »Dieser Druck, der da entsteht, wird auch uns betreffen.« Also werden Landkreise an der Peripherie der Mainmetropole indirekt die Auswirkungen des Brexits zu spüren bekommen.

Weitere mögliche Folgen: Vielleicht gibt es mehr gut verdienende Steuerzahler in den heimischen Kommunen, und die Autobahnen und Züge nach und von Frankfurt werden (noch) voller. Der Brexit kann also jeden treffen.

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