30. Juli 2018, 05:00 Uhr

Hitzewelle

Brauerei ohne Leergutprobleme – Vögel brauchen Hilfe wegen Trockenheit

Nicht nur die Menschen, auch viele Tiere leiden unter der Hitze. Da mittlerweile viele Tümpel ausgetrocknet sind, brauchen besonders die Vögel nun Hilfe. In Getränkemärkten und der Brauerei ist man derweil für den Ansturm Durstiger gerüstet.
30. Juli 2018, 05:00 Uhr
Ilse Stumpf (rechts) hilft einer Kundin beim Getränkekauf. Nicht nur in Grüningen suchen Durstige die Getränkemärkte auf.

Für Menschen und Tiere ist bei der Hitze wichtig, viel zu trinken. Die Getränkemärkte im Landkreis spüren derzeit einen großen Ansturm, Wasser, Softdrinks, Schorlen und Bier gehen kistenweise weg. Getränkehändlerin Ilse Stumpf aus Grüningen sieht das Ganze aber gelassen und wartet unterm Sonnenschirm in ihrem Hof entspannt auf die Kunden.

Ihr Tipp bei solchen Temperaturen: »Wasser oder alkoholfreies Bier.« Für sich selbst hat sie eine kleine Spezialität zubereitet: Brombeersirup mit Wasser verdünnt. »Eigentlich sollte es Gelee werden, nur wollte der nicht fest werden«, schmunzelt sie.

Über Nachschub im Verkauf muss sie sich derzeit keine Sorgen machen. Die Licher Brauerei teilte mit, dass es keine Abfüllengpässe gäbe: »In der Licher Privatbrauerei sind wir mit Leergut ausreichend bevorratet und für weitere heiße Sommerwochen in der aktuellen Situation gut gerüstet«, sagte Geschäftsführer Dr. Ulrich Peters.

»Bei dem schönen Wetter verzeichnen auch wir eine verstärkte Nachfrage für klassische Sommergetränke wie alkoholfreie Biere und Radler.«

 

Wasserquellen für Vögel ausgetrocknet

 

Es braucht derzeit nicht viel, um einem Sperling , einer Amsel oder einem Fink eine Freude zu machen: Einfach einen ausgedienten flachen Teller oder Blumentopf im Garten oder auf der Terrasse in den Schatten gestellt und mit frischem Wasser gefüllt – fertig ist die Vogeltränke.

Doch brauchen die Tiere diese Unterstützung überhaupt? »Unbedingt«, sagt Heinz Weiss, Vorsitzender des Nabu Nonnenroth. »Es ist dringend wichtig, den Vögeln täglich frisches Wasser zu geben.«

Denn draußen in der Natur sind viele Wasserstellen wie Pfützen und Senken bereits seit längerem ausgetrocknet. Gerade in Wohngebieten sind sie zudem selten geworden, da vieles zugebaut oder gepflastert wurde. Wichtig ist es, bei den Vogeltränken auf Sauberkeit zu achten.

Bei der Hitze sollte täglich das Wasser gewechselt und die Schale gesäubert werden, damit sich darin Bakterien nicht ausbreiten. Auch Insekten nutzen diese Plätze gerne, um sich zu erfrischen.

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Vögel und Insekten brauchen Hilfe. Ihnen hilft ein kleines Wasserschälchen im Garten.

 

Tümpel im Wald trocknen aus

 

Denn auch das Futter von Storch und Neuntöter wird durch die Hitze langsam weniger. Zwar sind die Bruten mittlerweile fast abgeschlossen. Jedoch müssen die jungen Vögel, sobald sie auf eigenen Beinen stehen, Nahrung finden. Und das wird zunehmend schwer.

Der Igel freut sich übrigens auch über ein für ihn erreichbares Schälchen Wasser im Garten. Ihm macht vor allem die Trockenheit zu schaffen, da er nun schwerer Nahrung findet. Auch für viele Amphibien und Lebewesen in Tümpeln wird es mittlerweile eng, droht ihr Lebensraum auszutrocknen, wenn es nicht bald regnet. »Das gehört aber zur Natur dazu«, erklärt Weiss. Die Natur habe hier zudem Strategien, dass vielleicht nicht die einzelnen Tiere, aber die Art überlebt und beim nächsten großen Regen wieder Leben in den Tümpel einzieht.

 

Kein Gießwasser aus Bächen holen

 

Beim Landkreis Gießen wirft man mittlerweile sorgenvolle Blicke auf die Pegelstände der Bäche. »Die Wasserstände sind in den vergangenen Wochen stark gesunken. Die nur örtlich auftretenden Gewitter bringen hier leider keine wirkliche Verbesserung«, sagte die erste Kreisbeigeordnete Dr. Christiane Schmahl.

»Und die Situation verschärft sich zusätzlich durch Wasserentnahme zum Gießen von Gärten.« Der Kreis ruft daher aktuell dazu auf, kein Gießwasser aus den Bächen zu schöpfen. Denn die Lebewesen im Gewässer brauchen eine Mindestmenge an Wasser, um zu überleben.

Von den warmen Temperaturen profitieren übrigens die Schmetterlinge. Weiss erklärt, dass sie nun noch eine weitere Generation hervorbringen können.

Dafür brauchen sie allerdings auch Pflanzen, auf denen sie ihre Eier ablegen und die Raupen groß werden können. Wenn man ihnen beim Überwintern helfen will, lässt man Randstreifen von Wiesen und Feldern, aber auch im Garten Pflanzen stehen, erklärt der Naturschützer. Denn beim Mähen und Mulchen werden die abgelegten Eier und Kokons zerstört.

 

Pferde brauchen Schatten

 

Die Haustiere hat der Landkreis Gießen bei der Sommerhitze im Blick: Dr. Maike Klein, Amtstierärztin und Fachtierärztin für Tierschutz des Landkreises Gießen, weist darauf hin, dass »Pferde und andere auf Weiden gehaltene Tiere gerade in der prallen Mittagshitze über Schattenplätze verfügen müssen, sei es in Form eines Unterstandes oder von dicht belaubten Bäumen«.

Der Platz solle ausreichend groß sein, dass sich alle Tiere gleichzeitig im Schatten aufhalten können. Außerdem müsse genügend Trinkwasser bereit stehen. »Ein Pferd trinkt an einem heißen Sommertag bis zu 60 Liter Wasser«, sagt Klein.

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